
Die Fassade eines ca. 115 m hohen Hochhauses, angrenzend an eine Hauptverbindung der Deutschen Bahn im Großraum Rhein-Main, wurde mittels einer Drohne beflogen. Die komplette Fassadenfläche wurde fotografisch dokumentiert und in ein 3D-Modell überführt.


Die Fassade des Gebäudes wurde als Vorhangfassade mit vorgehängten Betonfertigteilelementen ausgebildet. Die Stoßfugen der Elemente in Längs- und Querrichtung sind mit Kunststofffugenprofilen versehen.
Grund der Inspektion waren eben jene Fugenprofile, welche sich über die Jahre, der Bewitterung und UV-Belastung in großer Höhe ausgesetzt, lokal gelöst oder verschoben haben. Aus den Fenstern der Räumlichkeiten des Turmes heraus sowie vom Gelände unterhalb waren Lücken in den Fugen und herausstehende Fugenprofile erkennbar. Die Situation wurde durch den Bauherren erkannt, woraufhin er uns kontaktierte. Bei einem gemeinsamen Gespräch wurde die Problematik erörtert und eine potenzielle Gefährdung beschrieben. Um diese potenzielle Gefährdung besser einordnen zu können, empfahl die SiB eine erste handnahe Inspektion der Fugen. Ziel dieser Inspektion war, das Gefahrenpotenzial besser einschätzen zu können, sich ein Bild von der Fugenkonstruktion zu machen und eine Grundlage für den nachfolgenden Umgang mit den Fassadenfugen zu erhalten.
Da eine handnahe Prüfung oder Inspektion bei einem Gebäude dieser Geometrie und Lage technisch aufwendig ist, konnte im ersten Schritt nur ein kleiner Teilbereich aus einer Befahranlage (Gondel) heraus in Augenschein genommen werden. Da dies für eine abschließende Bewertung nicht ausreichend war, empfahl die SiB eine anschließende zweiteilige Inspektion samt Sicherung von evtl. losen Teilen. Im ersten Schritt wurde die Fassade des Bauwerks mit einer Drohne beflogen, wobei die komplette Fassadenfläche fotografisch dokumentiert und in ein 3D-Modell überführt wurde. Dieses 3D-Modell des Torhauses konnte nun zur Auswertung der Inspektion verwendet werden. Verschobene Fugenprofile und ggf. andere Schäden konnten lokalisiert und verortet werden. Vorab waren die Sicherheitsanforderungen mit der DB zu klären, bevor die eigentliche Inspektion starten konnte.
So hatte man eine Grundlage zur Bewertung des Zustandes der Fugen und der Betonelemente der Fassade, welche man für diverse weitere Schritte verwenden kann. Dies ermöglicht bsp. eine Mengenerfassung, eine bessere Bewertung des Ist-Zustandes sowie eine Aufwandsabschätzung für evtl. Instandsetzungsmaßnahmen.
In diesem Fall entschied man sich aus Sicherheitsgründen in erster Instanz für eine Sicherung von losen Fugenprofilen an der Fassade. Die Fassade an sich befindet sich in einem visuell guten Zustand.
Für diese Sicherung wurde der zweite Teil der Inspektion mit einem gezielten Klettereinsatz an der Fassade durchgeführt. Hier kam ein sogenannter Industrie- bzw. Fassadenkletterer zum Einsatz. Dieser konnte auf Grundlage der Ergebnisse aus der Drohnenbefliegung zielgerichtet die Punkte an der Fassade ansteuern, an welchen potenzielle Gefahrenquellen ausgemacht wurden. Der Fassadenkletterer hat daraufhin lose Fugenprofile herausgenommen und andere Stellen auf unsere Anweisung hin auf festen und korrekten Sitz der Profile geprüft. So konnte für den Kunden der Aufwand einer handnahen Inspektion minimiert und Gefahren dezimiert werden.
In nächster Instanz wird die Planung zur Instandsetzung der Fugen vorangetrieben. Da es sich bei den Fugen um Spezialanfertigungen handelt, welche durch den Einbauort in großer Höhe besondere Anforderungen erfüllen müssen, wird die Lösungsfindung sicher weitere spannende Anforderungen mit sich bringen.


