06/12/2022

Der kleine zusätzliche Raum im Freien außerhalb des Wohnraumes wird als Refugium geschätzt, entwickelt sich jedoch insbesondere an Hochhäusern nicht selten ungeahnt zum Sorgenkind. Anfangs, für Laien oft unbemerkt, häufen sich minimale bauliche Schäden, die sich im Laufe der Jahre zu tiefgreifenden und teuren Sanierungsnotwendigkeiten ausweiten können. Lösen sich Betonbrocken aus einer Höhe von über 40 m, ist schnelles Handeln gefragt!

Der Bauherr reagierte umgehend richtig, indem er einen Sachkundigen Planer für Betoninstandhaltungen mit an Bord nahm. Als solcher kümmerten wir uns im Rahmen einer Sofortmaßnahme um die Organisation einer Fassadenbefahrung, die wir über mehrere Tage begleiteten. Jeder Zentimeter wurde von einer Fachfirma unter Einsatz eines Mobilkrans und Auslegerkorb abgeklopft, so dass die bereits losen Betonteile in einen vorher für den Verkehr gesicherten Bereich herabfielen. Jetzt führen wir betontechnische Untersuchungen durch. Unsere Bauingenieure arbeiten mit Hochdruck an dem ausführlichen Technischen Bericht und dokumentieren das tatsächliche Ausmaß der Schäden. Anschließend beraten wir den Bauherrn hinsichtlich der notwendigen und wirtschaftlich effektiven Schritte. Baulicher Hintergrund: Die auskragenden Stahlbetonplatten und Brüstungen an Balkonen oder Loggien sind extremen Witterungseinflüssen ausgesetzt: Schlagregen und Temperatur-Wechselbeanspruchung. Die u.a. durch diese Temperaturschwankungen ausgelösten Spannungen spielen insbesondere den Vorderkanten und Ecken der Bauteile übel mit. Durch anfänglich feine Risse dringt Feuchtigkeit sowie Kohlendioxid aus der Umgebungsluft ein. Das eindringende Wasser-CO²-Gemisch löst einen chemischen Prozess aus, im Fachjargon Karbonatisierung genannt, der zur Korrosion (zum Rosten) der im Beton liegenden Bewehrungseisen führt. Das Volumen des Stahls vergrößert sich durch diesen Korrosionsvorgang und verursacht dadurch das Absprengen des Betons aus. Insbesondere bei Hochhäusern ein ernst zu nehmendes Problem. Für Eigentümer und Hausverwaltungen ist wichtig zu wissen, dass die baurechtlich eingeführten Richtlinien den Sachkundigen Planer für Betoninstandhaltungen (ABB-SKP) bei Schäden dieser Art vorschreiben. Vergleichbar wie der Orthopäde im medizinischen Bereich ist der Sachkundige Planer aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung der Spezialist - hier bei der Planung und Überwachung von Betonsanierungen. Was ist mein Tipp? Das regelmäßige Überprüfen des Zustands aller Bauteile (Balkone, Fassade) durch einen Sachkundigen Planer. Denn in der Regel sind die von ihm empfohlenen Erhaltungsmaßnahmen in der Summe deutlich günstiger als das Aufstauen eines jahrzehntelangen Sanierungsrückstands.
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06/09/2022

Wenn die Fassade „bröckelt“ kommen zahlreiche Fragen, Meinungen, Sorgen, Gesetzesvorgaben und Aufgaben auf den Tisch. WEG-Verwalter, Beiräte und (Wohnungs-) Eigentümer stehen vor einer sehr komplexen Thematik: es geht um viel Geld, um Fördermittel für energieeffizientes Sanieren und um Sicherheit und „Ruhe“ für die nächsten Jahre. Als unabhängige Berater und Planer begleiten wir seit Jahren mit einem Expertenteam diesen höchst sensiblen Prozess von energetischen Fassadensanierungen.

Unterschiedliche Ausgangspunkte Ausbruchstellen an Waschbetonfassaden und/oder von außen ins Bauwerk eindringende Feuchtigkeit sind oft der Ausgangspunkt für eine Sanierung. Aber auch brandschutztechnische Mängel wie bspw. eine aus Holz bestehende Fassaden-Unterkonstruktion erfordern nach aktuellem Baurecht die Beseitigung der erhöhten Brandgefahr bei Wohnhochhäusern. Neben der Thematik der Baumangelbeseitigung bzw. der Sanierung kommt für den Bauherrn darüber hinaus das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, zum Tragen. Sobald die sogenannte Bagatellgrenze für kleinere Reparaturen überschritten wird, müssen auch die aktuellen Anforderungen an die energetische Sanierung der Bauteile umgesetzt werden. Sanierung der Stahlbetonkonstruktion und energetische Ertüchtigung – zwei Themenfelder anhand von zwei Bespielen beschrieben. Ein Bauwerk - zwei verschiedene Fassadensysteme [caption id="attachment_1798" align="alignleft" width="225"] Zwei Fassadensysteme[/caption] Die Fassaden von zwei baugleichen, in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Wohnhochhäusern sind sowohl baulich als auch energetisch wieder auf neuestem Stand. Umlaufend sehen Sie die Fassade als vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF) ausgeführt. In den 1970er Jahren wurden die Außenwände aus unterschiedlichen Materialien errichtet. Diesem erschwerenden Umstand begegneten wir in der Planungsphase mit einer detaillierten Beschreibung der Befestigungsmöglichkeiten für die hinterlüftete Fassade. Um den Nutzungsbereich der Balkone nicht wesentlich einzuschränken, kam dort wegen des nicht erforderlichen Unterbaus das Wärmedämmverbundsystems (WDVS) zum Einsatz. Zuvor planten wir als Sachkundige Planer die Beseitigung sämtlicher Schäden an der Stahlbetonkonstruktion der Wohnhochhäuser und überwachten die Bauausführung.   Die Lösung lag hinter der Fassade [caption id="attachment_1799" align="alignleft" width="300"] Die Lösung lag hinter der Fassade[/caption] Hinter der vorgehängten Waschbeton-Fassade und der innen liegenden Stahlbetonkonstruktion existierte bauseits eine Luftschicht von 4 cm – eine der Ursachen für Energieverlust. Für uns war genau dieser Zwischenraum der Ansatz für eine energetische Lösung. Entsprechend unserer Planung wurde in die beschriebenen Luftschichtkammern Blähperlit, ein anorganischer und brandschutztechnisch zugelassener Dämmstoff, eingeblasen. Die Dämmwirkung wird durch kleinste Luftzellen erzeugt, die durch das Expandieren des Rohperlits und der guten Verzahnung der Körner entsteht. Auch bei diesen drei Wohnobjekten haben wir uns als Sachkundige Planer um die Beseitigung aller Schäden an den Stahlbetonkonstruktionen gekümmert. Der attraktive Anblick dieser drei Wohnhochhäuser ist von weitem am Stadtrand Frankfurts von der A 661 aus zu sehen. Für die Eigentümer ist diese Maßnahme eine Wertsteigerung. Die Bewohner freuen sich über den Nutzen der energetischen Sanierung. Fassaden sind die am meisten beanspruchten Bauteile – und sie spiegeln wie kein anderes Bauteil den Wert eines Bauwerks wider. Materialien, Statik, Witterungsschutz, Luftdichtheit, Wärmedämmung oder Brandschutz – diese Themen müssen unbedingt individuell aufeinander abgestimmt werden. Als Sachkundige Planer für Betonsanierungen und Bauüberwacher kümmern wir uns von Beginn an darum, dass die Schäden an den Stahlbetonkonstruktionen beseitigt werden. In den Bereichen Bauphysik, Tragwerksplanung und Brandschutz arbeiten wir schon viele Jahre und bewährt mit Experten eng zusammen. Alle Leistungen für die energetische Fassadensanierungen erhält der Bauherr aus einer Hand. So, wie auch in den beschriebenen Beispielen. Fragen Sie mich auch nach unserem Informations- und Beratungs-Konzept für WEGs.  
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12/05/2022

Für zu hoch beladene Transporter wird die ca. 120 m lange Unterführung in Schwalbach immer wieder zum Nadelöhr, wie auch am vergangenen Montag. Der Anfahrschaden führte zu einer sofortigen Sperrung. Deswegen war schnelles Handeln gefragt! Unser Bauingenieur war umgehend vor Ort, um die Standsicherheit des Bauwerks zu prüfen. Über diesen Sondereinsatz berichtete der Hessische Rundfunk – der Beitrag wurde im Rahmen der Hessenschau ausgestrahlt.

Bereits 16-mal waren wir zuvor aus ähnlichem Anlass vor Ort. Bei diesem Unfall war die Durchfahrthöhe der Unterführung für einen mit Bagger beladenem Transporter zu gering. Die Brandschutzverkleidung der Stahlträger wurde beim Durchfahren auf eine Länge von ca. 53 m abgerissen bzw. stark beschädigt. Hand-in-Hand mit der Feuerwehr lokalisierte unser Bauingenieur, Maximilian Umilinski, die beschädigten und losen Platten. Zudem prüfte er die Auflagerbereiche der Träger auf Schäden und die Träger selbst auf Verdrehung und Verformung, was die Standsicherheit der Bauteile hätte beeinflussen können. Nachdem er jedoch keine Beeinträchtigung für die Standsicherheit festgestellt hat, wurde die Durchfahrt der Unterführung für die Autofahrer sofort wieder freigegeben. Den kompletten Beitrag der Hessenschau finden Sie hier: Durchfahrt wieder frei: Lkw bleibt im Schwalbacher Limestunnel hängen | hessenschau.de | Panorama
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06/05/2022

Was hat die starken Rissbildungen in der Bodenplatte des noch jungen Bauwerks verursacht? Das Beitragsbild zeigt den Verlauf von Rissen nach der veranlassten Risskartierung und deutet auf ein „spannungsgeladenes“ bauliches Problem hin. Unser Expertenteam aus Sachkundigen Planern und Tragwerksplanern ist gefragt und reagiert mit diesen Maßnahmen.

Schritt-für-Schritt-Analyse: Risskartierung Rissbildungen sind in einem neuen Stahlbetonbauwerk unerwünscht. Trotz möglicher baulicher Gegenmaßnahmen sind sie aufgrund der unterschiedlich wirkenden Kräfte und Verformungen während und nach der Betonage nicht gänzlich auszuschließen. Ist das Tragwerk durch Risse jedoch gefährdet, sind planvoll abgestimmte Maßnahmen erforderlich. Wir empfahlen nach unserer betontechnischen Untersuchung (lesen Sie hierzu Bauwerksdiagnostik) bei dieser Aufgabenstellung die sogenannte digitale Risskartierung, die die Darstellung der Rissbreiten in farblichen Abstufungen ermöglicht. Die grauen Linien in dem Beitragsbild sind bspw. Risse mit einer Rissweite von ≥ 1,0 mm. Allein diese machen aufgerundet 1.400 m in Summe aus! Nach Abgleich aller Bestandsunterlagen mit den Untersuchungsergebnissen führen unsere Planer dieses Phänomen auf den sog. „späten Zwang“ zurück: Bei Betonage des Bauteils entsteht nach dem Abfließen der Hydratationswärme eine Form der inneren Zwangsspannung. Die Verdunstung des Wassers, die auch noch im erhärteten Zustand des Betons stattfindet, führt zu einer Volumenverkleinerung des Bauteils. Neben diesem chemischen Prozess wirken Temperaturänderungen der Umgebung im Laufe der zeitlichen Entwicklung verstärkend. Die dadurch ausgelöste Spannung übersteigt -wie in diesem Fall– die maximal aufnehmbare Zugfestigkeit des Betons. Risse sind die Folge. Sie durchziehen diese Bodenplatte bis in eine Tiefe von > 20 cm! Exkurs: Dichtheit des Betons nicht gewährleistet Für Bauwerke mit erhöhten Anforderungen wie bspw. bei Betonbauwerken im Grundwasserbereich, bei solchen für wassergefährdende Stoffe oder bei tausalzbelasteten Konstruktionen wie bei Brücken, Parkdecks und Tiefgaragen ist die Dichtheit der Oberflächen von immanenter Bedeutung. Risse heben diese Dichtheit auf! Witterungseinflüsse, mechanische wie auch chemische Belastungen greifen den Bewehrungsstahl im Beton schneller an. Die größte Gefährdung dabei ist die sogenannte Lochfraßkorrosion, die die Standsicherheit des Bauteils schwächt. Denn durch die eindringenden Tausalze wird der im Beton liegende Stahl „angefressen“, was von außen selbst für das geschulte Auge nicht erkennbar ist (lesen Sie hierzu Huckepack-Transport). Schritt-für-Schritt-Analyse: Digitales Rissmonitoring Mit dem Rissmonitoring kommt ein digitales Messverfahren zum Zuge, das wir zusätzlich zu den vorangegangenen Untersuchungen im Rahmen der Ursachenanalyse einsetzen. Die Mess-Sensoren dokumentieren nicht nur die Rissweitenveränderungen, sondern erfassen gleichzeitig die Umgebungsbedingungen wie Luft- und Bauteiltemperatur oder die relative Luftfeuchte. Zudem sind die Messwerte über Funk von unserem Büro aus lückenlos abrufbar. Wir werten diese Daten aus, die über warme und kalte Zeiträume hinweg gesammelt werden. Erhalten wir keine Anhaltspunkte dafür, ob aktuell die Temperaturveränderungen die Rissweiten beeinflussen, checken wir andere Zusammenhänge, wie beispielsweise die Veränderung von dynamischen Lasten oder die Veränderung des Grundwasserspiegels. Wozu der Aufwand? Wenn die Spannungen im Bauwerk verbleiben und nicht durch geeignete bauliche oder statische Maßnahmen beseitigt werden, wird das Problem selbst nach einer erfolgten Rissüberbrückung bestehen bleiben. Konkret heißt das: Das Sanierungsbudget des Bauherrn ist ausgegeben und die oben beschriebenen Schädigungen zeigen sich in nicht allzu ferner Zukunft erneut. Insofern ist die Ursachenanalyse für bauliche Probleme für uns das A&O. In dem Zusammenhang müssen für die unterschiedlich beanspruchten Bauteile (tragende Funktion I nicht tragende Funktion) die passenden System-Baustoffe für die Instandsetzung ausgewählt werden. Ggf. sind tragende Bauteile aufgrund der beschriebenen Schwächung zu verstärken, bspw. durch Einbringen von zusätzlichen Bewehrungseinlagen. Für diese Planungstätigkeiten benötigen Sie einen Experten, den Sachkundigen Planer von Betoninstandhaltungen. Diese Tätigkeiten sind unser tägliches Brot. Sprechen Sie mich an!   Übrigens: Frau Panin aus unserem Planerteam hat die Zertifizierung zur Sachkundigen Planerin erfolgreich absolviert.  
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27/01/2022

Mehr Vorgaben, mehr geregelte Möglichkeiten, mehr Blick auf die Belastungen und Umgebungsbedingungen des zu sanierenden Bauwerks. Zum Schutz der Bauherreninteressen ist die sogenannte TR Instandhaltung mit der rechtsverbindlichen Einführung nunmehr in Hessen und in fast allen Bundesländern zum Baurecht geworden. Die drei wesentlichen Änderungen haben wir für Sie zusammengefasst.

(1) Aktueller Stand der Technik Die TR Instandhaltung ersetzt bzw. ergänzt Teile der Instandsetzungs-Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb), die bereits vor 20 Jahren eingeführt wurde. Bewährtes bleibt auch zukünftig erhalten. Aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis finden allerdings zusätzlich in der TR Instandhaltung Anwendung. Somit entspricht diese neue Grundlage für Planungs- und Ausführungsleistungen dem sogenannten „aktuellen Stand der Technik“. Ziel: Die Wiederherstellung der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit von Betonbauteilen für einen vor Sanierungsbeginn festgelegten Zeitraum. (2) Besondere Eigenschaften und Restlebensdauer des Bauwerks Um dieses Ziel zu erreichen, fokussieren wir die spezifischen Belastungen und Gefährdungen des Bauwerks. Was bedeutet das konkret? Bei Bestandsaufnahme von Brücken bspw. heißt es nicht selten: „Für so viel Verkehr nicht konzipiert!“ Die steigende Verkehrsbelastung sowie die Sicherstellung der Verkehrssicherheit im Winter durch Taumittel machen den Brücken oder den Unterführungen zu schaffen. Parkhäuser und Tiefgaragen sind ebenso von den stärker werdenden chemischen und mechanischen Eingriffen betroffen, als seinerzeit bei Bau berücksichtigt wurde. Deswegen stellen wir sicher, dass diese Veränderungen bei der Planung von Sanierungen berücksichtigt werden. Die gewünschte Restlebens- bzw. Restnutzungsdauer des Bauwerks als weiteres wichtiges Kriterium für das Instandsetzungskonzept ist die Abwägung des Bauherrn zwischen technischer Notwendigkeit und der wirtschaftlichen Machbarkeit. In dieser Phase der Entscheidung stehen wir als Berater und Planer dem Auftraggeber von Anfang an zur Seite. Die Realisierung der Restlebensdauer erfolgt u.a. über die Instandsetzungsmethoden und die eingesetzten Baustoffe, die auf die definierten, individuellen Anforderungen des Bauwerks abgestellt sind. (3) Inspektion und Wartung Mit der TR Instandhaltung bilden Inspektion und Wartung einen wesentlichen Baustein der Gesamtsanierungsmaßnahme, um die angestrebte Restlebensdauer des Bauwerks zu erreichen. Über den sogenannten Instandhaltungs- und Inspektionsplan zeigen wir die erforderlichen Prüfintervalle und -maßnahmen auf. Damit hat der Bauherr genau aufeinander abgestimmte Vorgehensweisen an der Hand, um die Qualität der Sanierung zu sichern. Die TR Instandhaltung fordert für alle Planungs- und Überwachungsleistungen von Betoninstandsetzungen die Expertise des Sachkundigen Planers. TIPP: Sind Schäden, wie Betonabplatzungen, korrodierte Stahleinlagen oder Durchfeuchtungen am Stahlbetonbauwerk bereits sichtbar, wenden Sie sich an den zertifizierten Sachkundigen Planer. Sprechen Sie mich an.
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22/11/2021

Großflächige Feuchtigkeitsspuren und -ränder zeichnen die Decken und Unterzüge in der Tiefgarage unterhalb der Wohn- und Geschäftsräume. Selbst die provisorischen Maßnahmen – Dachrinnen unter den Bauteilfugen mit Ablaufrohren entlang von Stützen – konnten den Wassereintritt und die sich ausbreitende Feuchtigkeit nicht verhindern. Schlimmer noch: das in den Wintermonaten mit Tausalzen versetzte und abgeleitete Wasser wirkte am Fuß der Betonstützen wie eine Salzdusche. Mit fatalen Folgen für die Standsicherheit.

Teure Kettenreaktionen Wasser sucht sich seinen Weg und verteilt sich dort, wo ein leichtes Durchdringen möglich ist, bspw. durch Risse, Hohlstellen, Kiesnester oder undichte Fugen. Wasseraustrittsstellen weisen auf einen Baumangel hin, der unter Umständen weiter entfernt verborgen ist. Deswegen ist die Ursachenfindung für uns als Sachkundige Planer elementar wichtig. [caption id="attachment_1453" align="alignright" width="156"] Mit Bitumen vergossene Fuge. Der Füllstoff ist rissig und durchlässig. Foto SiB[/caption] Im Rahmen der Betonschadensdiagnose untersuchten wir in diesem Projekt u.a. den Bodenaufbau der Freiflächen auf dem Hof oberhalb der Tiefgarage. Das Bild zeigt eine Öffnungsstelle an einer Bauteilfuge. Unter der Asphaltschicht ist - ohne Abdichtungslage (!) - sofort der Beton sichtbar. Die Fuge, die in der Funktion als Dehnungsfuge die Betonbauteile vor Spannungen schützen soll, ist seinerzeit beim Bau heiß mit Bitumen vergossen worden. Die anfangs guten elastischen Eigenschaften von Bitumen gehen - wie bei jedem anderen elastischen Füllstoff im Laufe der Zeit verloren, deswegen löst sich das Material an den Fugenflanken oder es entstehen durch die Spannungen Risse im Fugenfüllstoff. In Verbindung mit der fehlenden Abdichtung des Bauwerks (die fachgerechte Ausführung nach Technischem Regelwerk fordert eine Abdichtung) kann Regenwasser ohne weiteres in das Bauwerk eindringen und sich weiter ausbreiten. [caption id="" align="alignnone" width="369"] Flankenabriss und Risse im Fugenfüllstoff. Grafik SiB[/caption] [caption id="attachment_1454" align="alignleft" width="300"] Die provisorischen Ablaufrinnen lösen nicht das eigentliche Problem. Foto SiB[/caption] Die in den Wintermonaten für die Verkehrssicherheit gestreuten Tausalze führen zu weiteren tiefergehenden Schädigungen, die die Standsicherheit gefährden. Wie auch in diesem Beispiel. Das an den Stützen abgeleitete Wasser führte zu einer sehr hohen Chloridbelastung an den Stützen. Lochfraßkorrosion entsteht. Unser TIPP: Vermeiden Sie provisorische Ablaufrinnen als Dauerlösung (lesen Sie auch Provisorische Einbauten bei baulichen Mängel – Kostenrisiko oft nicht bekannt!). Entscheiden Sie sich für regelmäßige Inspektions- und Wartungsuntersuchungen durch einen Sachkundigen Planer für Betoninstandsetzungen. Dieser erkennt rechtzeitig bauliche Schwachstellen (mangelhafte Fugen und andere Baumängel). Fugen bspw. sind Wartungsbauteile. Ihre Lebensdauer beträgt in Abhängigkeit ihrer Funktion und Belastung zumeist nur wenige Jahre. Mit regelmäßigen gezielten Ausbesserungsarbeiten erreichen Sie eine längere Lebensdauer Ihres Bauwerks und verhindern das exponentielle Anwachsen von Sanierungskosten. Sprechen Sie mich an.    
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07/09/2021

Weil die Anschlussfuge an einer Treppenturmanlage undicht war, wurde vor vielen Jahren eine Auffangwanne mit Entwässerungsleitung unterhalb der Fuge montiert. Seinerzeit erschien dies eine galante Lösung zum Schutz von Fußgängern, die das Treppenbauwerk einige Meter tiefer passierten. Als jedoch die Verblendung im Rahmen unserer Bauwerksdiagnostik vor kurzem entfernt wurde, stockte Vielen der Atem.

Wenn sich durch undichte Bauteilfugen Feuchtigkeit ins Bauwerk bahnt, wird nicht selten zu einer schnellen Lösung gegriffen: dem Einbau von provisorischen Auffangwannen. Dadurch soll vermieden werden, dass Regen- oder sogar Tausalzwasser auf Passanten in Fußgängerzonen oder auf parkende Fahrzeuge in Parkhäusern und Tiefgaragen tropft. Je nach Auffangkonstruktion ist die Sicht auf die verdeckten Bauteile jedoch versperrt, so dass eine Inspektion der Bereiche unmöglich ist. So auch bei dieser Treppenanlage. Bis auf fehlende Verschraubungen war nichts von dem mit der Zeit heranwachsenden Problem zwischen Stahltreppe und Stahlbetonkonstruktion erkennbar. Um den Zustand der Bauteile unterhalb der Anschlussfuge zu begutachten, ordnete unser Sachkundige Planer das Entfernen der Auffangwanne an. Wie sich zeigte, funktionierte die Entwässerung über die Jahre nicht mehr. Das im Metallkasten aufgestaute Wasser ergoss sich während der Demontage schwallartig über den ca. 5 Meter tiefer liegenden Fußgängerbereich. [caption id="attachment_1353" align="alignleft" width="300"] "Blätterteigförmige" Korrosionserscheinungen an den statisch relevanten Auflagekonsolen[/caption] Die untersuchte Treppenanlage ist Teil eines komplexen Stahlbetonbauwerks im verkehrstechnisch pulsierenden Innenstadtbereich einer hessischen Großstadt. Die Treppenturmanlage wird jährlich in den Wintermonaten wegen Vereisungsgefahr mit Tausalzen gestreut. Die Auffangwanne unterhalb der undichten Fuge war wegen der verstopften Entwässerungsrinne zu einem mit Chloridionen angereicherten Bad für die tragende Konstruktion geworden. Ein Desaster, wie auf dem Bild links zu sehen ist. Die „blätterteigförmigen Korrosionserscheinungen“ (sogenannter Blattrost) zeigen den fortgeschrittenen Korrosionszustand der Auflagekonsolen. Ebenso sind die Bewehrungseisen des Stahlbetonträgers von Korrosion stark betroffen, stellenweise sogar mit Lochfraßkorrosion (https://www.sib-ingenieure.eu/huckepack-transport-ins-bauwerk-mitgetragene-chloride/). Die Standsicherheit des (Teil-) Bauwerks ist gefährdet! Ausgangspunkt vor einigen Jahren war eine undichte Fuge mit überschaubaren Sanierungskosten. Heute stecken viele Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen die Köpfe zusammen, damit diese komplexe Sanierung rund läuft. Als Sachkundige Planer für Betoninstandsetzung kümmern wir uns um jedes Detail zur Planung und Überwachung der Sanierung – für den reibungslosen Ablauf dieser außergewöhnlich gewordenen Sanierung. Damit die geschädigten Auflagekonsolen gegen neu angefertigte ausgetauscht werden können, muss der untere Teil der Treppe, eine Stahlkonstruktion, aus dem Gesamtbauwerk herausgehoben werden. Hierfür wird ein Schwerlastkran mit einer Traglast von 90 Tonnen benötigt. Die aufwändigen Abstützmaßnahmen, die nicht nur für das eigentliche Baufeld erforderlich sind, erstrecken sich auch auf das Brückenbauwerk, auf dem der Treppenturm steht, um die zusätzlichen Baulasten abzufangen. Außerdem erfolgen bereits jetzt detaillierte Absprachen zu den komplexen Themen Verkehrs- und Ampelführung, Straßensperrung oder Barrierefreiheit. Summa summarum, das Einbauen von provisorischen Auffangwannen birgt Risiken:
  1. Der eigentliche Mangel wird nicht behoben.
  2. Die Schadstelle ist teilweise nicht mehr einsehbar.
  3. Daraus kann sich mit der Zeit ein umfangreicher Schaden entwickeln. In diesem Beispiel ist die Sanierung heute um ein Vielfaches teurer!
Deswegen unser TIPP: Holen Sie sich bereits bei scheinbar unbedeutenden Baumängeln an Stahl- und Stahlbetonkonstruktionen Maßnahmenempfehlungen (zur Instandhaltung/Wartung/Inspektion/Instandsetzung) vom Experten ein – vom Sachkundigen Planer! Rufen Sie an.
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21/07/2021

Die versenkbaren Plattformen der Doppelstock-Parkplätze ermöglichen in Parkgebäuden deutlich mehr Parkplätze. Doch gleichzeitig erschwert das ausgeklügelte technische Stapel-System die Inspektion oder Prüfung der tieferliegenden Bauteile. In den Gruben der versenkbaren Plattformen verblieb im aktuell geprüften Bauwerk eine maximale Arbeitshöhe von 1 Meter. Um Aufschluss über den Korrosionszustand der Stahlbewehrung im Beton zu erhalten, führte unser Bauingenieur die sogenannte Potentialfeldmessung durch: aufgrund der baulichen Gegebenheiten „auf Knien“.

Parkhäuser und Tiefgaragen ohne Oberflächenschutzsystem Bis zur Jahrtausendwende, also bevor die Dauerhaftigkeit von Bauwerken im Rahmen der DIN 1045 eine maßgebende Rolle spielte, wurden Parkbauten zum Großteil nicht abgedichtet oder beschichtet. Damit sind diese älteren Bauwerke ungeschützt, insbesondere vor den aggressiven chemischen Einflüssen von Tausalzen. In den Wintermonaten werden die im Wasser gelösten Chloride mit den Fahrzeugen in das Bauwerk geschleppt. Die Folgen sind schwerwiegend, weil innerhalb kurzer Zeit starke Schädigungen der Stahlbetonkonstruktion verursacht werden können. Die Tragwerk schädigende Lochfraß-Korrosion (siehe Beitrag "Huckepack-Transport") führt nicht wie bei der normalen Bewehrungskorrosion zu Betonabplatzungen. Deswegen kann sie mit bloßem Auge zunächst nicht erkannt werden. [caption id="attachment_1311" align="alignnone" width="300"] Bei einer Korrosion infolge Chlorideinwirkung findet eine Auflösung des Bewehrungseisens statt. Die Bewehrung wird in ihrem Querschnitt aufgelöst und buchstäblich durchtrennt (Lochfraßkorrosion). Auf dem Foto ist erst nach Freilegen der Bewehrung der „angefressene“, deutlich im Querschnitt reduzierte Stahl sichtbar. Foto: SiB[/caption] [caption id="attachment_1313" align="alignleft" width="300"] Bei der Korrosion infolge Karbonatisierung sind die Schadstellen erkennbar, wie hier an einer Stützwand. Die Betonabplatzungen werden durch die Volumenvergrößerung des Bewehrungsstahls ausgelöst. Foto: SiB[/caption]               Gezielte Diagnose wichtig In Parkbauten mit oft bis zu mehreren tausend Quadratmeter Bauwerksfläche ist eine möglichst gezielte Identifikation der Flächenbereiche wahrscheinlicher Bewehrungskorrosion ein zeit- und kostensparender Faktor. Deswegen setzen wir im Rahmen der sachkundigen Ist-Zustandsfestellung unser Potentialfeldmessgerät als zerstörungsfreies Instrument ein. Das Messprinzip basiert auf der Erfassung von Spannungen (elektrischen Potentialen), die bei ablaufender Bewehrungskorrosion durch sogenannte anodische und kathodische Felder ausgelöst werden. Sowohl Messung als auch Auswertung der Ergebnisse ist eine sehr komplexe Aufgabe, die tiefergehende Kenntnisse in der Betontechnologie und im konstruktiven Ingenieurbau fordert. Das ist bei uns Aufgabe unserer Sachkundigen Planer für Betoninstandsetzungen. [caption id="attachment_1344" align="alignleft" width="300"] Grafik zur Potentialfeldmessung zu einem Teilbereich der Tiefgarage. Foto: SiB[/caption] Die Potential- oder Spannungsfelder werden auf Basis der gesammelten Messdaten grafisch dargestellt. Die mit hoher Wahrscheinlichkeit belasteten Zonen sind rot und lila ausgewiesen (siehe Beispiel Grafik links). Um dieses Messergebnis abzusichern, führt unser Sachkundiger Planer gezielt für diese Bereiche zusätzliche betontechnologische Untersuchungen durch, wie bspw. die Messung vom Chloridgehalt, die Betonüberdeckung, die Karbonatisierungstiefe oder das gezielte Anlegen von Öffnungsstellen in Verdachtsbereichen (siehe Bild oben zum Thema Lochfraßkorrosion). Im Falle der Doppel-Parkplätze mit nur einem Meter Arbeitshöhe hat sich das Eingrenzen der potentiell gefährdeten Bereiche wegen des eingesparten Zeitaufwands des Fachpersonals doppelt bewährt.  Welche Vorteile bringt die Potentialfeldmessung für den Bauherrn? Wie schon erwähnt, können Flächenbereiche mit wahrscheinlicher Bewehrungskorrosion schneller diagnostiziert werden. Das spart bereits in der Phase der Bauwerksdiagnostik viel Zeit und damit Geld. Außerdem kann der Instandsetzungsbedarf und -umfang durch den Sachkundigen Planer detaillierter ermittelt werden, weil bspw. Abtragtiefen und Materialbedarf exakter planbar sind. Damit erhält der Bauherr wichtige Informationen für das Sanierungsbudget. Zudem wägen wir wirtschaftlich interessante Sanierungswege schon gleich zu Beginn ab. Neben der klassischen Betoninstandsetzung ist bspw. die KKS-Sanierung (KKS= Kathodischer Korrosionsschutz) ein optionaler und für den Bauherrn wirtschaftlich gesehen interessanter Weg. Welche Voraussetzungen hierfür gegeben sein sollten, erläutern wir gerne in einem persönlichen Gespräch. Rufen Sie mich an.
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14/04/2021

Das Schadensbild ist deutlich verschlechtert. Dabei liegen nur 18 Monate zwischen den durchgeführten Inspektionen. Was bedeutet das für das Sanierungsbudget? Ist der Bauherr gut beraten, wenn die Sanierung „auf die lange Bank geschoben“ wird?

[caption id="attachment_1262" align="alignleft" width="300"] Nach nur 18 Monaten sind am Unterzug umfangreichere Schäden sichtbar. Foto SiB[/caption] Mit den regelmäßigen Inspektionen im Parkhaus hatten wir die Veränderungen der Schadensbilder für den Bauherrn bildlich festgehalten. Nach nur 18 Monaten bereits deutlich zu sehen: die Betonabplatzungen waren sowohl großflächiger als auch tiefergehender und die Korrosion des Bewehrungsstahls war weiter fortgeschritten. Aus statischen Gründen empfahlen wir die Notunterstützung des tragenden Bauteils (Unterzug). Schadstellen um 40 % gestiegen Die zunehmende Schädigung der Betonstruktur erleichterte auch an den Fassaden eines produzierenden Unternehmens über Risse und Schadstellen das Eindringen von Wasser in den Beton. Durch Temperaturwechsel und Frostbeanspruchung beschleunigte sich die Schädigung der Gefügestruktur des Betons deutlich. Unsere Bauingenieure erfassten an diesem Produktionsbetrieb nach der erneuten Fassadenbefahrung 40 % mehr Schadstellen als nur ein Jahr zuvor! Entscheidende Frage: Haftet das neue Material? Für die Instandsetzung von Betonbauteilen müssen je nach Instandsetzungsprinzip verschiedene Materialien auf das Bauteil aufgebracht werden. Entscheidend ist, dass der Untergrund und die neuen Materialien einen Verbund bilden! Deswegen prüfen wir IMMER die differenzierten Anforderungen an die Beschaffenheit der instand zusetzenden Oberfläche. Der Messwert, der Auskunft darüber gibt, ob das neu aufzutragende Material am Untergrund haften bleibt, ist die sogenannte Oberflächenhaftzugfestigkeit. Diesen Messwert analysierten wir neben anderen wichtigen Parametern ebenfalls an der Betonkonstruktion des oben benannten Unternehmens. 5 Jahre später – im Rahmen einer erneuten Bauwerksdiagnostik - war eine deutliche Reduzierung der Oberflächenhaftzugfestigkeit nachzuweisen. Die Auswahl von geeigneten Sanierungsmaterialien ist in einem solchen Fall eingeschränkt. Zusammengefasst: Das „Schieben auf der langen Bank“ führt dazu, dass zu bearbeitende Flächen großflächiger werden. Auch die Bearbeitungstiefe wird umfangreicher. Denn über Monate oder Jahre kann Feuchtigkeit oder sogar Tausalzwasser in die Betonkonstruktion eindringen und den Schädigungsprozess schnell vorantreiben (lesen Sie auch https://www.sib-ingenieure.eu/huckepack-transport-ins-bauwerk-mitgetragene-chloride/ oder https://www.sib-ingenieure.eu/auf-fundierter-faktenbasis-entscheiden/ . Das kostet! Der Mehraufwand entsteht durch einen höheren Arbeitsaufwand von Fachkräften, die den geschädigten Altbeton durch HDW- oder Stemmverfahren beseitigen. Je mehr Altbeton entfernt werden muss, desto höher steigt der Materialbedarf für die neue Betonage. Unter Umständen muss auf teurere Sanierungsmaterialien zurückgegriffen werden, um den Materialverbund sicherzustellen. Weitere Maßnahmen, wie das Aufstellen von temporären Notunterstützungen belasten das Sanierungsbudget zusätzlich. Als Sachkundige Planer geben wir mit unserem Bericht zur Ist-Zustandsfeststellung und Bauwerksdiagnostik die Einstufung der Dringlichkeit einer Sanierung sowie eine grobe Kostenschätzung mit an die Hand. Die Planung von aufeinander abgestimmten Bauabschnitten kann im nächsten Schritt eine gut realisierbare Lösung für die Umsetzung von umfangreicheren Sanierungen sein. Sprechen Sie mich an - ich berate Sie gerne!  
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05/02/2021

Maroder Zustand unter der Erde: ein Teil der nachfolgend beschriebenen Tiefgarage liegt unter einer viel befahrenen Straße. Oberhalb des zweiten baulich getrennten Abschnitts liegen Geschäftsräumlichkeiten. Notunterstützungen sichern bereits die tragende Konstruktion des unterirdischen Bauwerks. Als Experte für schwierige Ausgangssituationen wurden wir hinzugezogen. Dem Auftraggeber liegt jetzt die fundierte Lösung zur Beseitigung der statisch relevanten Schäden vor.

Ins Bauwerk eindringende Feuchtigkeit, rostende Bewehrung oder abplatzende Betonbrocken sind ernst zu nehmende Warnsignale. Sie deuten darauf hin, dass im Inneren der Stahlbetonkonstruktion schleichend standsicherheitsgefährdende Prozesse ablaufen. Oft werden wir hinzugezogen, weil erste Schönheitsreparaturen nichts brachten, sich bspw. das ins Bauwerk eindringende Wasser neue Wege suchte. Unser TIPP: Lassen Sie erst die Ursachen für die Probleme am Bauwerk klären. Ursachenforschung und Ist-Zustands-Analyse im Rahmen der Bauwerksdiagnostik: Wir machen uns vom Bauwerk IMMER gleich zu Beginn ein umfassendes Bild, sehen Baupläne ein und erkennen bereits dadurch kritische Stellen. Das Besondere dieses Beispiels ist die bauliche Trennung der Tiefgarage. Der Abdichtung der Bauteilfuge zwischen den Bauwerken kommt eine besondere Bedeutung zu. Doch sie war nicht mehr vorhanden! So konnte ungehindert Regenwasser in die Zwischenräume der nicht abgedichteten Außenwände im Erdreich eindringen. Ebenso das tausalzbelastete Spritzwasser straßenseitig. Weiterhin wurden in den Wintermonaten durch parkende Fahrzeuge Chloride in die Tiefgarage eingetragen. Ein extrem schädigender Cocktail! Unsere Analysen bestätigten das Problem: Hoher Chlorideintrag im Bereich der Decken, auf den Bodenflächen sowie an den Stützen. An mehreren Bauteilen wurde bereits Lochfraßkorrosion festgestellt. [caption id="attachment_1189" align="alignleft" width="224"] Stütze: zu geringe Betondeckung, korrodierte Bewehrung, Karbona-tisierungsfront liegt hinter der Bewehrung, Chlorideintrag.[/caption] In der Bauwerksdiagnostik setzen wir eine Kombination von elektromagnetischen, elektrochemischen, mechanischen oder chemischen Prüfverfahren ein. Viele dieser Untersuchungen erfolgen völlig zerstörungsfrei wie beispielsweise die Messung der Betondeckung oder die Potentialfeldmessung. Für tiefergehende Analysen werden Bohrkerne entnommen und im Labor untersucht oder Öffnungsstellen begutachtet. Den Umfang der Prüfverfahren legen wir als Sachkundige Planer fest, ebenso die Beprobungsstellen vor Ort. Die richtige Kombination und die anschließende Auswertung erfolgen im Einklang mit den aktuell baurechtlich eingeführten Regelwerken. Im Fall der beschriebenen 60 Jahre alten Tiefgarage kamen weitere Schwachstellen zu Tage: der Beton, der die tragende Stahlkonstruktion vor Korrosion schützt, ist von schlechter Qualität. Das bedeutet, dass er herstellungsbedingt nicht dicht und fest genug ist (Fehlende Betondruckfestigkeit). Den Beton schädigende Stoffe wie bspw. Kohlendioxid (CO2) können leicht eindringen. Die korrosionsschützenden Eigenschaften des Betons gehen verloren (Karbonatisierung wegen Verlust der passivierenden Alkalität) und der innen liegende Stahl fängt an zu rosten (Korrosion). Es folgen Absprengungen der Betonüberdeckung, weil sich das Volumen des Stahls vergrößert. Zudem ist an manchen Bauteilen der „Schutzmantel“ Beton so dünn, dass der korrodierte Stahl bereits an vielen tragenden Bauteilen mit bloßem Auge sichtbar ist (Beispiel: Geforderte Betondeckung an Decke 40 mm, tatsächliche Betondeckung < 10 mm). [caption id="attachment_646" align="alignleft" width="225"] Die Potentialfeldmessung zeigt Flächenbereiche wahrscheinlicher Bewehrungskorrosion an. Hier: Parkdeck eines Unternehmens[/caption] Die Interpretation der durchgeführten Potentialfeldmessung (siehe Beispielfoto links), die die Flächenbereiche wahrscheinlicher Bewehrungskorrosion aufzeigt, erfolgt unter Abgleich der oben beschriebenen Analyseverfahren. Die Ursachen zu den unterschiedlichen Baumängeln sind inkl. Fotodokumentation und Laborergebnissen in dem insgesamt 100-seitigen Technischen Bericht aufgezeigt. Somit hat der Bauherr fundiert ermittelte Informationen zum tatsächlichen Ist-Zustand seines Bauwerks. Zusätzlich erhält der Bauherr eine grobe Kostenschätzung für die fachgerechte Sanierung. Sie zeigt auf, welche Maßnahmen nach aktuellem Regelwerk erforderlich sind, um das Bauwerk wieder nutzbar und dauerhaft fit für die nächsten Jahre zu machen. Unser TIPP: Nehmen Sie den Sachkundigen Planer für Betonsanierungen von Anfang an mit ins Boot. Aufgrund seiner Erfahrung und zertifizierten Expertise lenkt er die Instandsetzung von Anfang in die für den Bauherrn wirtschaftlich gesehen richtige Richtung.
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