22/​11/​2021

Groß­flä­chige Feuch­tig­keits­spuren und –ränder zeichnen die Decken und Unterzüge in der Tief­garage unterhalb der Wohn– und Geschäfts­räume. Selbst die provi­so­ri­schen Maßnahmen – Dach­rinnen unter den Bauteil­fugen mit Ablauf­rohren entlang von Stützen – konnten den Wasser­ein­tritt und die sich ausbrei­tende Feuch­tigkeit nicht verhindern. Schlimmer noch: das in den Winter­mo­naten mit Tausalzen versetzte und abge­leitete Wasser wirkte am Fuß der Beton­stützen wie eine Salz­dusche. Mit fatalen Folgen für die Stand­si­cherheit.

Teure Ketten­re­ak­tionen Wasser sucht sich seinen Weg und verteilt sich dort, wo ein leichtes Durch­dringen möglich ist, bspw. durch Risse, Hohl­stellen, Kies­nester oder undichte Fugen. Wasser­aus­tritts­stellen weisen auf einen Baumangel hin, der unter Umständen weiter entfernt verborgen ist. Deswegen ist die Ursa­chen­findung für uns als Sach­kundige Planer elementar wichtig. [caption id=„attachment_1453“ align=„alignright“ width=„156“] Mit Bitumen vergossene Fuge. Der Füll­stoff ist rissig und durch­lässig. Foto SiB[/caption] Im Rahmen der Beton­scha­dens­dia­gnose unter­suchten wir in diesem Projekt u.a. den Boden­aufbau der Frei­flächen auf dem Hof oberhalb der Tief­garage. Das Bild zeigt eine Öffnungs­stelle an einer Bauteilfuge. Unter der Asphalt­schicht ist — ohne Abdich­tungslage (!) — sofort der Beton sichtbar. Die Fuge, die in der Funktion als Dehnungsfuge die Beton­bau­teile vor Span­nungen schützen soll, ist seinerzeit beim Bau heiß mit Bitumen vergossen worden. Die anfangs guten elas­ti­schen Eigen­schaften von Bitumen gehen — wie bei jedem anderen elas­ti­schen Füll­stoff im Laufe der Zeit verloren, deswegen löst sich das Material an den Fugen­flanken oder es entstehen durch die Span­nungen Risse im Fugen­füll­stoff. In Verbindung mit der fehlenden Abdichtung des Bauwerks (die fach­ge­rechte Ausführung nach Tech­ni­schem Regelwerk fordert eine Abdichtung) kann Regen­wasser ohne weiteres in das Bauwerk eindringen und sich weiter ausbreiten. [caption id=““ align=„alignnone“ width=„369“] Flan­ken­abriss und Risse im Fugen­füll­stoff. Grafik SiB[/caption] [caption id=„attachment_1454“ align=„alignleft“ width=„300“] Die provi­so­ri­schen Ablauf­rinnen lösen nicht das eigent­liche Problem. Foto SiB[/caption] Die in den Winter­mo­naten für die Verkehrs­si­cherheit gestreuten Tausalze führen zu weiteren tiefer­ge­henden Schä­di­gungen, die die Stand­si­cherheit gefährden. Wie auch in diesem Beispiel. Das an den Stützen abge­leitete Wasser führte zu einer sehr hohen Chlo­rid­be­lastung an den Stützen. Loch­fraß­kor­rosion entsteht. Unser TIPP: Vermeiden Sie provi­so­rische Ablauf­rinnen als Dauer­lösung (lesen Sie auch Provi­so­rische Einbauten bei baulichen Mängel – Kosten­risiko oft nicht bekannt!). Entscheiden Sie sich für regel­mäßige Inspek­tions– und Wartungs­un­ter­su­chungen durch einen Sach­kun­digen Planer für Beton­in­stand­set­zungen. Dieser erkennt recht­zeitig bauliche Schwach­stellen (mangel­hafte Fugen und andere Baumängel). Fugen bspw. sind Wartungs­bau­teile. Ihre Lebens­dauer beträgt in Abhän­gigkeit ihrer Funktion und Belastung zumeist nur wenige Jahre. Mit regel­mä­ßigen gezielten Ausbes­se­rungs­ar­beiten erreichen Sie eine längere Lebens­dauer Ihres Bauwerks und verhindern das expo­nen­tielle Anwachsen von Sanie­rungs­kosten. Sprechen Sie mich an.    
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07/​09/​2021

Weil die Anschlussfuge an einer Trep­pen­turmanlage undicht war, wurde vor vielen Jahren eine Auffang­wanne mit Entwäs­se­rungs­leitung unterhalb der Fuge montiert. Seinerzeit erschien dies eine galante Lösung zum Schutz von Fußgängern, die das Trep­pen­bauwerk einige Meter tiefer passierten. Als jedoch die Verblendung im Rahmen unserer Bauwerks­dia­gnostik vor kurzem entfernt wurde, stockte Vielen der Atem.

Wenn sich durch undichte Bauteil­fugen Feuch­tigkeit ins Bauwerk bahnt, wird nicht selten zu einer schnellen Lösung gegriffen: dem Einbau von provi­so­ri­schen Auffang­wannen. Dadurch soll vermieden werden, dass Regen– oder sogar Tausalz­wasser auf Passanten in Fußgän­ger­zonen oder auf parkende Fahr­zeuge in Park­häusern und Tief­ga­ragen tropft. Je nach Auffang­kon­struktion ist die Sicht auf die verdeckten Bauteile jedoch versperrt, so dass eine Inspektion der Bereiche unmöglich ist. So auch bei dieser Trep­pen­anlage. Bis auf fehlende Verschrau­bungen war nichts von dem mit der Zeit heran­wach­senden Problem zwischen Stahltreppe und Stahl­be­ton­kon­struktion erkennbar. Um den Zustand der Bauteile unterhalb der Anschlussfuge zu begut­achten, ordnete unser Sach­kundige Planer das Entfernen der Auffang­wanne an. Wie sich zeigte, funk­tio­nierte die Entwäs­serung über die Jahre nicht mehr. Das im Metall­kasten aufge­staute Wasser ergoss sich während der Demontage schwall­artig über den ca. 5 Meter tiefer liegenden Fußgän­ger­be­reich. [caption id=„attachment_1353“ align=„alignleft“ width=„300“] „Blät­ter­teig­förmige“ Korro­si­ons­er­schei­nungen an den statisch rele­vanten Auflagekonsolen[/caption] Die unter­suchte Trep­pen­anlage ist Teil eines komplexen Stahl­be­ton­bau­werks im verkehrs­tech­nisch pulsie­renden Innen­stadt­be­reich einer hessi­schen Groß­stadt. Die Trep­pen­turmanlage wird jährlich in den Winter­mo­naten wegen Verei­sungs­gefahr mit Tausalzen gestreut. Die Auffang­wanne unterhalb der undichten Fuge war wegen der verstopften Entwäs­se­rungs­rinne zu einem mit Chlo­r­idionen ange­rei­cherten Bad für die tragende Konstruktion geworden. Ein Desaster, wie auf dem Bild links zu sehen ist. Die „blät­ter­teig­för­migen Korro­si­ons­er­schei­nungen“ (soge­nannter Blattrost) zeigen den fort­ge­schrit­tenen Korro­si­ons­zu­stand der Aufla­ge­kon­solen. Ebenso sind die Beweh­rungs­eisen des Stahl­be­ton­trägers von Korrosion stark betroffen, stel­len­weise sogar mit Loch­fraß­kor­rosion (https://​www​.sib​-inge​nieure​.eu/​h​u​c​k​e​p​a​c​k​-​t​r​a​n​s​p​o​r​t​-​i​n​s​-​b​a​u​w​e​r​k​-​m​i​t​g​e​t​r​a​g​e​n​e​-​c​h​l​o​ride/). Die Stand­si­cherheit des (Teil-​​) Bauwerks ist gefährdet! Ausgangs­punkt vor einigen Jahren war eine undichte Fuge mit über­schau­baren Sanie­rungs­kosten. Heute stecken viele Experten aus unter­schied­lichen Fach­rich­tungen die Köpfe zusammen, damit diese komplexe Sanierung rund läuft. Als Sach­kundige Planer für Beton­in­stand­setzung kümmern wir uns um jedes Detail zur Planung und Über­wa­chung der Sanierung – für den reibungs­losen Ablauf dieser außer­ge­wöhnlich gewor­denen Sanierung. Damit die geschä­digten Aufla­ge­kon­solen gegen neu ange­fer­tigte ausge­tauscht werden können, muss der untere Teil der Treppe, eine Stahl­kon­struktion, aus dem Gesamt­bauwerk heraus­ge­hoben werden. Hierfür wird ein Schwer­lastkran mit einer Traglast von 90 Tonnen benötigt. Die aufwän­digen Abstütz­maß­nahmen, die nicht nur für das eigent­liche Baufeld erfor­derlich sind, erstrecken sich auch auf das Brücken­bauwerk, auf dem der Trep­penturm steht, um die zusätz­lichen Baulasten abzu­fangen. Außerdem erfolgen bereits jetzt detail­lierte Absprachen zu den komplexen Themen Verkehrs– und Ampel­führung, Stra­ßen­sperrung oder Barrie­re­freiheit. Summa summarum, das Einbauen von provi­so­ri­schen Auffang­wannen birgt Risiken:
  1. Der eigent­liche Mangel wird nicht behoben.
  2. Die Schad­stelle ist teil­weise nicht mehr einsehbar.
  3. Daraus kann sich mit der Zeit ein umfang­reicher Schaden entwi­ckeln. In diesem Beispiel ist die Sanierung heute um ein Viel­faches teurer!
Deswegen unser TIPP: Holen Sie sich bereits bei scheinbar unbe­deu­tenden Baumängeln an Stahl– und Stahl­be­ton­kon­struk­tionen Maßnah­men­emp­feh­lungen (zur Instandhaltung/​Wartung/​Inspektion/​Instandsetzung) vom Experten ein – vom Sach­kun­digen Planer! Rufen Sie an.
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21/​07/​2021

Die versenk­baren Platt­formen der Doppelstock-​​Parkplätze ermög­lichen in Park­ge­bäuden deutlich mehr Park­plätze. Doch gleich­zeitig erschwert das ausge­klü­gelte tech­nische Stapel-​​System die Inspektion oder Prüfung der tiefer­lie­genden Bauteile. In den Gruben der versenk­baren Platt­formen verblieb im aktuell geprüften Bauwerk eine maximale Arbeitshöhe von 1 Meter. Um Aufschluss über den Korro­si­ons­zu­stand der Stahl­be­wehrung im Beton zu erhalten, führte unser Bauin­ge­nieur die soge­nannte Poten­ti­al­feld­messung durch: aufgrund der baulichen Gege­ben­heiten „auf Knien“.

Park­häuser und Tief­ga­ragen ohne Ober­flä­chen­schutz­system Bis zur Jahr­tau­send­wende, also bevor die Dauer­haf­tigkeit von Bauwerken im Rahmen der DIN 1045 eine maßge­bende Rolle spielte, wurden Park­bauten zum Großteil nicht abge­dichtet oder beschichtet. Damit sind diese älteren Bauwerke unge­schützt, insbe­sondere vor den aggres­siven chemi­schen Einflüssen von Tausalzen. In den Winter­mo­naten werden die im Wasser gelösten Chloride mit den Fahr­zeugen in das Bauwerk geschleppt. Die Folgen sind schwer­wiegend, weil innerhalb kurzer Zeit starke Schä­di­gungen der Stahl­be­ton­kon­struktion verur­sacht werden können. Die Tragwerk schä­di­gende Lochfraß-​​Korrosion (siehe Beitrag „Huckepack-​​Transport“) führt nicht wie bei der normalen Beweh­rungs­kor­rosion zu Beton­ab­plat­zungen. Deswegen kann sie mit bloßem Auge zunächst nicht erkannt werden. [caption id=„attachment_1311“ align=„alignnone“ width=„300“] Bei einer Korrosion infolge Chlo­ridein­wirkung findet eine Auflösung des Beweh­rungs­eisens statt. Die Bewehrung wird in ihrem Quer­schnitt aufgelöst und buch­stäblich durch­trennt (Loch­fraß­kor­rosion). Auf dem Foto ist erst nach Frei­legen der Bewehrung der „ange­fressene“, deutlich im Quer­schnitt redu­zierte Stahl sichtbar. Foto: SiB[/caption] [caption id=„attachment_1313“ align=„alignleft“ width=„300“] Bei der Korrosion infolge Karbo­na­ti­sierung sind die Schad­stellen erkennbar, wie hier an einer Stützwand. Die Beton­ab­plat­zungen werden durch die Volu­men­ver­grö­ßerung des Beweh­rungs­stahls ausgelöst. Foto: SiB[/caption]               Gezielte Diagnose wichtig In Park­bauten mit oft bis zu mehreren tausend Quadrat­meter Bauwerks­fläche ist eine möglichst gezielte Iden­ti­fi­kation der Flächen­be­reiche wahr­schein­licher Beweh­rungs­kor­rosion ein zeit– und kosten­spa­render Faktor. Deswegen setzen wir im Rahmen der sach­kun­digen Ist-​​Zustandsfestellung unser Poten­ti­al­feld­mess­gerät als zerstö­rungs­freies Instrument ein. Das Mess­prinzip basiert auf der Erfassung von Span­nungen (elek­tri­schen Poten­tialen), die bei ablau­fender Beweh­rungs­kor­rosion durch soge­nannte anodische und katho­dische Felder ausgelöst werden. Sowohl Messung als auch Auswertung der Ergeb­nisse ist eine sehr komplexe Aufgabe, die tiefer­ge­hende Kennt­nisse in der Beton­tech­no­logie und im konstruk­tiven Inge­nieurbau fordert. Das ist bei uns Aufgabe unserer Sach­kun­digen Planer für Beton­in­stand­set­zungen. [caption id=„attachment_1344“ align=„alignleft“ width=„300“] Grafik zur Poten­ti­al­feld­messung zu einem Teil­be­reich der Tief­garage. Foto: SiB[/caption] Die Potential– oder Span­nungs­felder werden auf Basis der gesam­melten Mess­daten grafisch darge­stellt. Die mit hoher Wahr­schein­lichkeit belas­teten Zonen sind rot und lila ausge­wiesen (siehe Beispiel Grafik links). Um dieses Mess­er­gebnis abzu­si­chern, führt unser Sach­kun­diger Planer gezielt für diese Bereiche zusätz­liche beton­tech­no­lo­gische Unter­su­chungen durch, wie bspw. die Messung vom Chlo­ridgehalt, die Beton­über­de­ckung, die Karbo­na­ti­sie­rungs­tiefe oder das gezielte Anlegen von Öffnungs­stellen in Verdachts­be­reichen (siehe Bild oben zum Thema Loch­fraß­kor­rosion). Im Falle der Doppel-​​Parkplätze mit nur einem Meter Arbeitshöhe hat sich das Eingrenzen der poten­tiell gefähr­deten Bereiche wegen des einge­sparten Zeit­auf­wands des Fach­per­sonals doppelt bewährt.  Welche Vorteile bringt die Poten­ti­al­feld­messung für den Bauherrn? Wie schon erwähnt, können Flächen­be­reiche mit wahr­schein­licher Beweh­rungs­kor­rosion schneller diagnos­ti­ziert werden. Das spart bereits in der Phase der Bauwerks­dia­gnostik viel Zeit und damit Geld. Außerdem kann der Instand­set­zungs­bedarf und –umfang durch den Sach­kun­digen Planer detail­lierter ermittelt werden, weil bspw. Abtrag­tiefen und Mate­ri­al­bedarf exakter planbar sind. Damit erhält der Bauherr wichtige Infor­ma­tionen für das Sanie­rungs­budget. Zudem wägen wir wirt­schaftlich inter­es­sante Sanie­rungswege schon gleich zu Beginn ab. Neben der klas­si­schen Beton­in­stand­setzung ist bspw. die KKS-​​Sanierung (KKS= Katho­di­scher Korro­si­ons­schutz) ein optio­naler und für den Bauherrn wirt­schaftlich gesehen inter­es­santer Weg. Welche Voraus­set­zungen hierfür gegeben sein sollten, erläutern wir gerne in einem persön­lichen Gespräch. Rufen Sie mich an.
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14/​04/​2021

Das Scha­densbild ist deutlich verschlechtert. Dabei liegen nur 18 Monate zwischen den durch­ge­führten Inspek­tionen. Was bedeutet das für das Sanie­rungs­budget? Ist der Bauherr gut beraten, wenn die Sanierung „auf die lange Bank geschoben“ wird?

[caption id=„attachment_1262“ align=„alignleft“ width=„300“] Nach nur 18 Monaten sind am Unterzug umfang­rei­chere Schäden sichtbar. Foto SiB[/caption] Mit den regel­mä­ßigen Inspek­tionen im Parkhaus hatten wir die Verän­de­rungen der Scha­dens­bilder für den Bauherrn bildlich fest­ge­halten. Nach nur 18 Monaten bereits deutlich zu sehen: die Beton­ab­plat­zungen waren sowohl groß­flä­chiger als auch tiefer­ge­hender und die Korrosion des Beweh­rungs­stahls war weiter fort­ge­schritten. Aus stati­schen Gründen empfahlen wir die Notun­ter­stützung des tragenden Bauteils (Unterzug). Schad­stellen um 40 % gestiegen Die zuneh­mende Schä­digung der Beton­struktur erleich­terte auch an den Fassaden eines produ­zie­renden Unter­nehmens über Risse und Schad­stellen das Eindringen von Wasser in den Beton. Durch Tempe­ra­tur­wechsel und Frost­be­an­spru­chung beschleu­nigte sich die Schä­digung der Gefü­ge­struktur des Betons deutlich. Unsere Bauin­ge­nieure erfassten an diesem Produk­ti­ons­be­trieb nach der erneuten Fassa­den­be­fahrung 40 % mehr Schad­stellen als nur ein Jahr zuvor! Entschei­dende Frage: Haftet das neue Material? Für die Instand­setzung von Beton­bau­teilen müssen je nach Instand­set­zungs­prinzip verschiedene Mate­rialien auf das Bauteil aufge­bracht werden. Entscheidend ist, dass der Unter­grund und die neuen Mate­rialien einen Verbund bilden! Deswegen prüfen wir IMMER die diffe­ren­zierten Anfor­de­rungen an die Beschaf­fenheit der instand zuset­zenden Ober­fläche. Der Messwert, der Auskunft darüber gibt, ob das neu aufzu­tra­gende Material am Unter­grund haften bleibt, ist die soge­nannte Ober­flä­chen­haft­zug­fes­tigkeit. Diesen Messwert analy­sierten wir neben anderen wich­tigen Para­metern eben­falls an der Beton­kon­struktion des oben benannten Unter­nehmens. 5 Jahre später – im Rahmen einer erneuten Bauwerks­dia­gnostik — war eine deut­liche Redu­zierung der Ober­flä­chen­haft­zug­fes­tigkeit nach­zu­weisen. Die Auswahl von geeig­neten Sanie­rungs­ma­te­rialien ist in einem solchen Fall einge­schränkt. Zusam­men­ge­fasst: Das „Schieben auf der langen Bank“ führt dazu, dass zu bear­bei­tende Flächen groß­flä­chiger werden. Auch die Bear­bei­tungs­tiefe wird umfang­reicher. Denn über Monate oder Jahre kann Feuch­tigkeit oder sogar Tausalz­wasser in die Beton­kon­struktion eindringen und den Schä­di­gungs­prozess schnell voran­treiben (lesen Sie auch https://​www​.sib​-inge​nieure​.eu/​h​u​c​k​e​p​a​c​k​-​t​r​a​n​s​p​o​r​t​-​i​n​s​-​b​a​u​w​e​r​k​-​m​i​t​g​e​t​r​a​g​e​n​e​-​c​h​l​o​ride/ oder https://​www​.sib​-inge​nieure​.eu/​a​u​f​-​f​u​n​d​i​e​r​t​e​r​-​f​a​k​t​e​n​b​a​s​i​s​-​e​n​t​s​c​h​e​iden/ . Das kostet! Der Mehr­aufwand entsteht durch einen höheren Arbeits­aufwand von Fach­kräften, die den geschä­digten Altbeton durch HDW– oder Stemm­ver­fahren besei­tigen. Je mehr Altbeton entfernt werden muss, desto höher steigt der Mate­ri­al­bedarf für die neue Betonage. Unter Umständen muss auf teurere Sanie­rungs­ma­te­rialien zurück­ge­griffen werden, um den Mate­ri­al­verbund sicher­zu­stellen. Weitere Maßnahmen, wie das Aufstellen von tempo­rären Notun­ter­stüt­zungen belasten das Sanie­rungs­budget zusätzlich. Als Sach­kundige Planer geben wir mit unserem Bericht zur Ist-​​Zustandsfeststellung und Bauwerks­dia­gnostik die Einstufung der Dring­lichkeit einer Sanierung sowie eine grobe Kosten­schätzung mit an die Hand. Die Planung von aufein­ander abge­stimmten Bauab­schnitten kann im nächsten Schritt eine gut reali­sierbare Lösung für die Umsetzung von umfang­rei­cheren Sanie­rungen sein. Sprechen Sie mich an — ich berate Sie gerne!  
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05/​02/​2021

Maroder Zustand unter der Erde: ein Teil der nach­folgend beschrie­benen Tief­garage liegt unter einer viel befah­renen Straße. Oberhalb des zweiten baulich getrennten Abschnitts liegen Geschäfts­räum­lich­keiten. Notun­ter­stüt­zungen sichern bereits die tragende Konstruktion des unter­ir­di­schen Bauwerks. Als Experte für schwierige Ausgangs­si­tua­tionen wurden wir hinzu­ge­zogen. Dem Auftrag­geber liegt jetzt die fundierte Lösung zur Besei­tigung der statisch rele­vanten Schäden vor.

Ins Bauwerk eindrin­gende Feuch­tigkeit, rostende Bewehrung oder abplat­zende Beton­brocken sind ernst zu nehmende Warn­si­gnale. Sie deuten darauf hin, dass im Inneren der Stahl­be­ton­kon­struktion schlei­chend stand­si­cher­heits­ge­fähr­dende Prozesse ablaufen. Oft werden wir hinzu­ge­zogen, weil erste Schön­heits­re­pa­ra­turen nichts brachten, sich bspw. das ins Bauwerk eindrin­gende Wasser neue Wege suchte. Unser TIPP: Lassen Sie erst die Ursachen für die Probleme am Bauwerk klären. Ursa­chen­for­schung und Ist-​​Zustands-​​Analyse im Rahmen der Bauwerks­dia­gnostik: Wir machen uns vom Bauwerk IMMER gleich zu Beginn ein umfas­sendes Bild, sehen Baupläne ein und erkennen bereits dadurch kritische Stellen. Das Besondere dieses Beispiels ist die bauliche Trennung der Tief­garage. Der Abdichtung der Bauteilfuge zwischen den Bauwerken kommt eine besondere Bedeutung zu. Doch sie war nicht mehr vorhanden! So konnte unge­hindert Regen­wasser in die Zwischen­räume der nicht abge­dich­teten Außen­wände im Erdreich eindringen. Ebenso das tausalz­be­lastete Spritz­wasser stra­ßen­seitig. Weiterhin wurden in den Winter­mo­naten durch parkende Fahr­zeuge Chloride in die Tief­garage einge­tragen. Ein extrem schä­di­gender Cocktail! Unsere Analysen bestä­tigten das Problem: Hoher Chlo­rideintrag im Bereich der Decken, auf den Boden­flächen sowie an den Stützen. An mehreren Bauteilen wurde bereits Loch­fraß­kor­rosion fest­ge­stellt. [caption id=„attachment_1189“ align=„alignleft“ width=„224“] Stütze: zu geringe Beton­de­ckung, korro­dierte Bewehrung, Karbona-​​tisierungsfront liegt hinter der Bewehrung, Chlorideintrag.[/caption] In der Bauwerks­dia­gnostik setzen wir eine Kombi­nation von elek­tro­ma­gne­ti­schen, elek­tro­che­mi­schen, mecha­ni­schen oder chemi­schen Prüf­ver­fahren ein. Viele dieser Unter­su­chungen erfolgen völlig zerstö­rungsfrei wie beispiels­weise die Messung der Beton­de­ckung oder die Poten­ti­al­feld­messung. Für tiefer­ge­hende Analysen werden Bohr­kerne entnommen und im Labor unter­sucht oder Öffnungs­stellen begut­achtet. Den Umfang der Prüf­ver­fahren legen wir als Sach­kundige Planer fest, ebenso die Bepro­bungs­stellen vor Ort. Die richtige Kombi­nation und die anschlie­ßende Auswertung erfolgen im Einklang mit den aktuell baurechtlich einge­führten Regel­werken. Im Fall der beschrie­benen 60 Jahre alten Tief­garage kamen weitere Schwach­stellen zu Tage: der Beton, der die tragende Stahl­kon­struktion vor Korrosion schützt, ist von schlechter Qualität. Das bedeutet, dass er herstel­lungs­be­dingt nicht dicht und fest genug ist (Fehlende Beton­druck­fes­tigkeit). Den Beton schä­di­gende Stoffe wie bspw. Kohlen­dioxid (CO2) können leicht eindringen. Die korro­si­ons­schüt­zenden Eigen­schaften des Betons gehen verloren (Karbo­na­ti­sierung wegen Verlust der passi­vie­renden Alka­lität) und der innen liegende Stahl fängt an zu rosten (Korrosion). Es folgen Abspren­gungen der Beton­über­de­ckung, weil sich das Volumen des Stahls vergrößert. Zudem ist an manchen Bauteilen der „Schutz­mantel“ Beton so dünn, dass der korro­dierte Stahl bereits an vielen tragenden Bauteilen mit bloßem Auge sichtbar ist (Beispiel: Gefor­derte Beton­de­ckung an Decke 40 mm, tatsäch­liche Beton­de­ckung < 10 mm). [caption id=„attachment_646“ align=„alignleft“ width=„225“] Die Poten­ti­al­feld­messung zeigt Flächen­be­reiche wahr­schein­licher Beweh­rungs­kor­rosion an. Hier: Parkdeck eines Unternehmens[/caption] Die Inter­pre­tation der durch­ge­führten Poten­ti­al­feld­messung (siehe Beispielfoto links), die die Flächen­be­reiche wahr­schein­licher Beweh­rungs­kor­rosion aufzeigt, erfolgt unter Abgleich der oben beschrie­benen Analy­se­ver­fahren. Die Ursachen zu den unter­schied­lichen Baumängeln sind inkl. Foto­do­ku­men­tation und Labor­er­geb­nissen in dem insgesamt 100-​​seitigen Tech­ni­schen Bericht aufge­zeigt. Somit hat der Bauherr fundiert ermit­telte Infor­ma­tionen zum tatsäch­lichen Ist-​​Zustand seines Bauwerks. Zusätzlich erhält der Bauherr eine grobe Kosten­schätzung für die fach­ge­rechte Sanierung. Sie zeigt auf, welche Maßnahmen nach aktu­ellem Regelwerk erfor­derlich sind, um das Bauwerk wieder nutzbar und dauerhaft fit für die nächsten Jahre zu machen. Unser TIPP: Nehmen Sie den Sach­kun­digen Planer für Beton­sa­nie­rungen von Anfang an mit ins Boot. Aufgrund seiner Erfahrung und zerti­fi­zierten Expertise lenkt er die Instand­setzung von Anfang in die für den Bauherrn wirt­schaftlich gesehen richtige Richtung.
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10/​12/​2020

Abschied vom Seni­orchef!

Unser Unter­neh­mens­gründer, Herr Manfred Krieger, verab­schiedet sich von uns zum Jahres­wechsel. Er will ab 2021 seinen Ruhe­stand genießen. Nach 30 Jahren Pionier– und Aufbau­arbeit als Spezialist in der Fach­planung von Beton­in­stand­set­zungen wollen wir Mitar­beiter einige seiner Meilen­steine würdigen:

Seine Mission: Quali­täts­si­cherung Bereits in seinen jungen Jahren setzt sich der Bauin­ge­nieur Manfred Krieger für die Einführung von Quali­täts­stan­dards in dem sich zum Spezi­al­gebiet entwi­ckelnden Fach­be­reich ein. Sein beharr­liches Enga­gement mündet Ende 2005 in die Grün­dungs­mit­glied­schaft der GUEP Güte­ge­mein­schaft. Mit der Verleihung des RAL-​​Gütezeichens in der Folge erhalten Bauherrn damit einen wich­tigen Über­blick über Planungs­büros, die diese hohen Güte­kri­terien durch regel­mä­ßigen Nachweis erfüllen. Selbst­redend, dass die Umsetzung dieser Quali­täts­stan­dards für uns innerhalb der SiB immer ein zentrales Thema ist. Eine Vision wächst Seine Vision vom eigenen Planungsbüro setzt Herr Krieger 1999 mit anfangs drei weiteren Mitar­beitern um. Heute sind wir 12 Experten mit unter­schied­lichen Schwer­punkten, die dafür sorgen, dass Ihre Sanie­rungs­maß­nahme rund­läuft. Die viel­sei­tigen Aufga­ben­stel­lungen bilden für uns ein inter­es­santes und span­nendes Arbeitsfeld. Dabei hat uns Herr Krieger als Chef stets ermutigt, „über den Tellerrand“ hinaus zu denken, um pass­genaue Lösungen zu entwi­ckeln. Mit diesem Impuls hat er auch den Grund­stein für persön­liche Weiter­ent­wick­lungen innerhalb der SiB gelegt. Der umsichtige „Weichen­steller“ Mit seinem Blick nach vorne hat Herr Krieger schon immer früh­zeitig unter­neh­me­rische Weichen gestellt. Sei es in der Ausweitung der Fach­ge­biete, die wir betreuen, als auch in der Übergabe der opera­tiven Geschäfts­leitung an Herrn Seelbach. Die früh­zeitige Regelung seiner Nach­folge als geschäfts­füh­render Gesell­schafter ist somit nichts Über­ra­schendes, vielmehr wieder ein Zeichen seiner Weit­sicht. Die zukünftige Ära mit Herrn Carsten Reichmann als Nach­folger ist so gut vorbe­reitet, dass wir gemeinsam im Team unsere Aufgaben genauso ziel­ori­en­tiert und harmo­nisch abwi­ckeln werden. Wir sind sehr dankbar für die gemeinsame Zeit und für das uns entge­gen­ge­brachte Vertrauen! Wir freuen uns, dass er gemeinsam mit seiner Frau Caroline Krieger den gewon­nenen Freiraum für Familie und das bisher zu kurz gekommene Sportler-​​Gen ausschöpfen kann. Die nächste SiB-​​Ära Ab 2021 ziehen wir unter der Leitung von Herrn Carsten Reichmann an einem Strang. Durch seinen Eintritt gewinnen wir mit Reichmann + Partner eine Schwes­ter­ge­sell­schaft hinzu, deren Kern­kom­pe­tenzen das Leis­tungs­spektrum der SiB ideal ergänzen. Oftmals sind im Rahmen von Beton­in­stand­set­zungen umfang­reiche Leis­tungen der Trag­werks­planung, des Brand­schutzes oder der Bauphysik gefragt. Diese Leis­tungen können wir Ihnen ab 2021 in Koope­ration und mit einer Manpower von über 60 Experten anbieten. So ergeben sich Synergien, die Ihrem Bau– oder Sanie­rungs­vor­haben zugu­te­kommen. Wir freuen uns auf die Zusam­men­arbeit mit ihm und den Kollegen von Reichmann + Partner.   Wich­tiger Hinweis: Mit Wirkung vom 01.01.2021 zieht unsere Website um. Die neue Domain lautet www​.sib​-inge​nieure​.eu. Bitte lesen Sie hierzu unsere Daten­schutz­hin­weise. Übergang der SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH auf SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH & Co. KG Wir infor­mieren Sie darüber, dass mit Wirkung vom 01.01.2021 das operative Geschäft der SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH (Amts­ge­richt Friedberg, HRB 2016) von der SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH & Co. KG (Amts­ge­richt Friedberg, HRA 4896) über­nommen wird. Lückenlose Fort­setzung unserer Geschäfts­ver­ein­barung Beste­hende Verträge sowie vorlie­gende Angebote werden ab diesem Datum durch die SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH & Co. KG über­nommen. Damit ist sicher­ge­stellt, dass Ihre Baumaß­nahme bzw. Geschäfts­ver­ein­barung ohne Unter­bre­chung und mit den Ihnen bekannten Ansprech­partnern bei der SiB fort­ge­setzt wird. Daten­schutz Damit wir Sie weiter kontak­tieren können und die weitere Bear­beitung Ihrer Anliegen reibungslos möglich bleibt, gehen alle gespei­cherten perso­nen­be­zo­genen Daten auf die SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH & Co. KG über. Dabei handelt es sich um folgende Kate­gorien perso­nen­be­zo­gener Daten:
  • Stamm­daten (z.B. Name bzw. Firma, Anschrift, Kontakt­daten und –präfe­renzen wie E-​​Mail-​​Adresse oder Tele­fon­nummer des Ansprech­partners)
  • Auftrags– und Projekt­his­torie
  • geschäft­liche Korre­spondenz
Mit dem Übergang Ihrer perso­nen­be­zo­genen Daten ist die Fort­führung der Geschäfts­be­ziehung gewähr­leistet. Zum Übergang Ihrer Daten kommt es selbst­ver­ständlich nur dann, wenn Sie der Über­mittlung nicht bis zum 31. Dezember 2020 wider­sprechen. Den Wider­spruch können Sie innerhalb dieser Frist jederzeit und ohne Angabe von Gründen per E-​​Mail oder per Post an folgende Adresse richten: Bitte beachten Sie, dass wir Ihren Wider­spruch nur berück­sich­tigen können, wenn er innerhalb der genannten Frist erklärt wird. Sofern Sie nach erfolgter Über­nahme und damit einher­ge­hender Über­mittlung der perso­nen­be­zo­genen Daten die Verar­beitung Ihrer perso­nen­be­zo­genen Daten unter­binden wollen, wenden Sie sich bitte direkt an die SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH & Co. KG. Sofern Sie nicht frist­gemäß wider­sprechen, über­mitteln wir Ihre perso­nen­be­zo­genen Daten auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. f) DSGVO an die SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH & Co. KG. Wir gehen dann davon aus, dass unsere berech­tigten Inter­essen sowie die berech­tigten Inter­essen der SiB Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH & Co. KG an der Fort­führung der Geschäfts­be­zie­hungen Ihrem Interesse am Verbleib der Daten beim ursprünglich ausge­wählten Geschäfts­partner über­wiegen.
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29/​09/​2020

Schön­heits­fehler“ sagen 85 % der Nicht-​​Fachleute zu Bauschäden wie Risse. „Vernach­läs­sigbar“, entscheiden sie. Laut einer inter­dis­zi­pli­nären Studie zur Wahr­nehmung von Bauschäden unter­schätzen Laien meistens die Trag­weite von Schäden der mitt­leren Kate­gorie. Das trifft auch auf das Thema Risse im Bauwerk zu.

Wie Sie als Bauherr unliebsame Über­ra­schungen u.a. mit Blick auf das Sanie­rungs­budget und die Lebens­dauer Ihres Bauwerks vermeiden können, beschreiben wir im folgenden Fach­beitrag.

Unter­schied­liche Riss­arten Schwind-​​, Schrumpf-​​, Spalt-​​, Setz-​​, Schub, Biege– oder Trenn­risse — es gibt zahl­reiche Riss­arten. Risse im Beton können aus unter­schied­lichen, manchmal auch aus sich über­la­gernden Ursachen entstehen. Auslöser für Riss­bil­dungen können bereits beim Neubau angelegt worden sein. Im Aushär­te­prozess von massigen (dicken) Beton­bau­teilen, wie es z.B. bei Funda­menten einer Wind­kraft­anlage der Fall ist, wird Hydrata­ti­ons­wärme frei­ge­setzt. Die schnelle Wärme­abgabe an den außen liegenden Bereichen führt zu Tempe­ra­tur­un­ter­schieden im Gesamt­bauteil. Durch die unter­schied­liche Tempe­ra­tur­ver­teilung entstehen Span­nungen im Bauteil, die zu Riss­bil­dungen führen. Über­haupt nicht sichtbar sind soge­nannte Mikro­risse im Beton. Sie sind nur mikro­sko­pisch nach­weisbar. Die Ursache liegt in der Verwendung von Zuschlag­stoffen, die magmatisch-​​vulkanischen Ursprungs sind. Kürzlich hatten wir mit diesem Problem im Laufe der Sanierung einer langen Fußgän­ger­brücke über DB-​​Gleise zu tun. Die Mindest­an­for­de­rungen an den Unter­grund durch Stemm­ar­beiten waren nicht gegeben. Als Sach­kun­diger Planer und Bauüber­wacher hatten wir umgehend reagiert und die Umstellung von Stemm­ar­beiten auf Höchst­druck­was­ser­strahlen veran­lasst. Ohne, dass es zu Verzö­ge­rungen im weiteren Sanie­rungs­ablauf kam! Weitere mögliche Ursachen für Riss­bil­dungen sind äußere Einwir­kungen auf das Bauwerk bspw. durch wach­sende Verkehrs­be­las­tungen bei Brücken. Frost oder Korrosion der Bewehrung sind eben­falls häufige Auslöser für Risse. Je länger sich Bauschäden dieser Art ausweiten können, desto tief­ge­hender reichen sie ins Bauwerks­innere. Und schä­digen die Bausub­stanz mit weit­rei­chenden Folgen! Ist der Riss wasser­führend? [caption id=„attachment_1014“ align=„alignleft“ width=„169“] Riss führt an Beweh­rungs­stäben entlang. Foto: SiB[/caption] In feinen Rissen setzt sich sehr gerne Feuch­tigkeit ab. Dabei ist nicht entscheidend, ob sich der Riss durch das ganze Bauteil zieht. Wenn der Riss bis zur Bewehrung reicht, sucht sich das Wasser seinen Weg entlang der Beweh­rungs­stäbe. Neben einer deut­lichen Erhöhung der Korro­si­ons­gefahr der Beweh­rungs­stäbe sorgt ein even­tu­elles Mitein­treten von stahl­ag­gres­siven Stoffen wie Tausalze für eine weitere Folge­schä­digung: die Loch­fraß­kor­rosion. Die Stahl­ein­lagen werden regel­recht „ange­fressen“ (s.a. „Huckepack-​​Transport – ins Bauwerk mitge­tragene Chloride“ oder „Lack­schäden am Fuhrpark in Tief­garage — Rost­wasser sorgt für Ärger“). Das sind Ausgangs­lagen, die die Stand­si­cherheit des Bauwerks beein­träch­tigen. Deswegen beraten und infor­mieren wir als Bauin­ge­nieure unseren Bauherrn bereits im Vorfeld ausführlich. Versteckte Kosten hinter einem Haarriss An mit Farbe ange­legten Beton­wänden sind Risse oft gar nicht oder nur minimal sichtbar. Das ist bspw. häufig in Park­häusern oder Tief­ga­ragen der Fall. Erst wenn im Rahmen einer Beton­sa­nierung die Ober­fläche des Bauteils mit Höchst­druck­wasser– oder Sand­strahlen entfernt wird, zeigt sich das Ausmaß der Schä­digung. Das Beitragsbild zeigt den Unter­schied zwischen sicht­barem Ober­flä­chenriss und die sich ins Bautei­linnere auswei­tende Trennung im Beton­gefüge. Dass eine solche Risstiefe viel Material und Arbeitszeit von Fach­kräften „schluckt“, ist nach­voll­ziehbar. Mit der häufig vertre­tenen Empfehlung, ein Farb­an­strich würde doch bei solch feinen Ober­flä­chen­rissen reichen, ist der Bauherr schlecht beraten, bedenkt man der oben beschrie­benen, sich auswei­tenden Folge­schäden. Sie sind bei der Budget­planung auf der sicheren Seite, wenn Sie um solche „unsicht­baren“ Schäden wissen. Wir kalku­lieren diese als Planer der Instand­setzung bereits im Rahmen der Kosten­be­rechnung mit ein. Das ist für uns Routine. Die Riss­be­handlung Die Art der Riss­be­handlung ist immer bauwerks­ab­hängig. Für eine ständig befahrene Brücke mit Schwer­last­verkehr bspw. müssen andere Maßnahmen ergriffen werden als an einer Fassade eines Hoch­hauses. Die Anfor­de­rungen an die Trag­fä­higkeit und die Dichtheit eines Bauteils erfordern unter­schied­liche Sanie­rungs­schritte. Die Frage, ob ein Riss elas­tisch oder kraft­schlüssig verpresst werden muss, legen wir fest. Auf der Baustelle kümmern wir uns auch darum, dass alles richtig umge­setzt wird. Meine TIPPs: Verschaffen Sie sich Sicherheit. Im Rahmen einer Bauwerks­dia­gnostik durch einen Sach­kun­digen Planer für Beton­sa­nierung werden Bauschäden umfassend beur­teilt. Dabei werden die jewei­ligen Anfor­de­rungen an das Bauteil berück­sichtigt. Für die Dichtheit einer Boden­platte — z.B. bei einer Weißen Wanne — gelten andere Voraus­set­zungen als für einen Unterzug. Jähr­liche Inspek­tionen zeigen den Grad von auftre­tenden Verän­de­rungen auf. Verein­baren Sie mit mir einen kosten­neu­tralen Erst­be­ra­tungs­termin vor Ort.  
Der Weg zur zitierten Studie:
https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2017-06-22-psychologie-wie-menschen-schaeden-gebaeuden-wahrnehmen SFB 837 „Interaktionsmodelle für den maschinellen Tunnelbau
 
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30/​07/​2020

Unser Auftrag­geber machte bei Vergabe des Planungs­auf­trags richtig Druck. Verständlich, denn Lack­schäden am Fuhrpark eines Mieters, ein Finanz­in­stitut, sorgten für reichlich Ärger. Rostiges Wasser bahnte sich seinen Weg durch die Tief­garage und tropfte auf die parkenden Firmen­fahr­zeuge. Das Entfernen der Lack­schäden verur­sachte erheb­liche Kosten. Die baulichen Ursachen für dieses Problem sind beseitigt – darum haben wir uns gekümmert.

Undich­tig­keiten in der Abde­ckung des Ober­decks sorgten in der inte­grierten Tief­garage eines Verwal­tungs­kom­plexes dafür, dass jahrelang Wasser ins Bauwerk eindringen konnte — in den Winter­mo­naten in Verbindung mit Tausalzen (lesen Sie auch unseren Blog­beitrag vom 15.01.2020 mit dem Thema „Huckepack-​​Transport“). Dieser aggressive Angriff ins Innere der Bauwerks­kon­struktion begüns­tigte die schnell voran­schrei­tende Korrosion des Beweh­rungs­stahls bis hin zur Loch­fraß­kor­rosion. Erst die rostig-​​braunen Wasser­spuren und die Beton­ab­spren­gungen machten die in diesem Bauwerk wirkenden chemi­schen und physi­ka­li­schen Prozesse sichtbar. Gut nach­voll­ziehbar, dass unser Auftrag­geber seine hohen Erwar­tungen an unser Sanie­rungs­konzept äußerte. Diese haben wir erfüllt. Eine unserer wich­tigsten Maßnahmen war die detail­lierte Planung der fach­ge­rechten Abdichtung des Ober­decks. Die verwin­kelte Konstruktion des Gebäu­de­kom­plexes mit hori­zontal und vertikal verlau­fenden Bauteilen machte das zu einer nicht alltäg­lichen Aufgabe. Mit dem Bauleiter des ausfüh­renden Unter­nehmens haben wir diese kriti­schen Stellen detail­liert besprochen, wie bspw. die erfor­der­lichen Über­lap­pungen bei den Anschlüssen zu den aufge­henden Bauteilen. Die Arbeiten der Baufirma haben wir über­wacht. Jetzt ist alles von oben wieder dicht! Zuvor kümmerten wir uns als Sach­kundige Planer natürlich auch um die Sanierung der unter der Abdichtung liegenden Beton­decke. Dabei sorgten die nach Abtrag der alten Abdichtung auftau­chenden Fugen für eine Über­ra­schung. Teil­weise stimmte der tatsäch­liche Fugen­aufbau nicht mit den seinerzeit erstellten Bauplänen überein. Auf diese besondere Situation haben wir umgehend reagiert und hierfür eine tech­nisch optimale Lösung erar­beitet. Das ist für uns Routine, denn erfah­rungs­gemäß kommen Abwei­chungen von den Bauplänen häufiger vor. [caption id=„attachment_977“ align=„alignleft“ width=„300“] Marode Fugen in einer Parkebene. Foto SiB[/caption] Die alten Fugen waren marode und undicht. Der alters­be­dingte Verschleiß oder Fehler beim Einbau führten eben­falls zu Undich­tig­keiten. Die von außen eindrin­gende oder von Fahr­zeugen einge­schleppte Feuch­tigkeit konnte sich so leicht seinen Weg durch die Stahl­be­ton­kon­struktion des Park­ge­bäudes bahnen. Auch dieses Problem ist mitt­ler­weile beseitigt. Die für die Bean­spru­chungen eines Park­ge­bäudes notwen­digen Fugen­kammern und –masse haben wir fest­gelegt und den fach­ge­rechten Einbau über­wacht. Diese kriti­schen Schnitt­stellen zwischen den einzelnen Bauteilen sind auch wieder dicht! Wir sind 30 Jahre als Spezialist in der Sach­kun­digen Planung und Über­wa­chung von Beton­sa­nie­rungen tätig. Immer wieder erleben wir, dass schwere Schä­di­gungen im Inneren der Beton­kon­struktion voran­schreiten, ohne dass von außen das Ausmaß der Proble­matik sichtbar ist. Je länger die Besei­tigung der Scha­den­sur­sachen hinaus gezögert wird, desto aufwän­diger und damit kosten­in­ten­siver wird die Sanierung für den Bauherrn. Deswegen mein TIPP: Veran­lassen Sie das regel­mäßige Prüfen Ihrer Park­bauten. Ansprech­partner ist aufgrund der gefor­derten Erfahrung bei Stahl­be­ton­bau­werken der Sach­kundige Planer für Beton­in­stand­set­zungen. Für Brücken­bau­werke gilt ein jähr­liches Prüf­in­tervall – dies ist auch bei Park­bauten empfeh­lenswert.
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26/​05/​2020

Reno­viert. Danach gesperrt.
Wenn Bauwerke oder Bauwerks­teile einsturz­ge­fährdet sind, ist schnelles und vor allen Dingen rich­tiges Handeln gefragt. Aus Sicher­heits­gründen! Doch unsere Bauherren lassen wir mit einer solchen Hiobs­bot­schaft nicht im Stich.

Nach einem Reno­vie­rungs­projekt an Balkonen wurden wir zur Begut­achtung hinzu gezogen. Lesen Sie, wie wir den Bauherrn mit einer soliden und wirt­schaft­lichen Lösung trotz notwen­diger Sperrung unter­stützt haben.

Früh­lingszeit – Beginn der Balkonzeit Für die Bewohner einer Wohnungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft (WEG) im Rhein-​​Main-​​Gebiet muss dieses Vergnügen jedoch noch zurück­ge­stellt werden. Eigentlich sollte ein neues Metall­ge­länder die Stahl­be­ton­balkone absturz­sicher und die Fassade schöner machen. Doch abge­bro­chene Beton­brocken, korro­dierte Beweh­rungen und weitere Merkmale deuten nach Fertig­stellung darauf hin, dass das neue Geländer nicht stand­sicher ist. Als Fach­planer für Beton­in­stand­setzung wurden wir zur Begut­achtung ins Boot geholt. Das sich unserem Sach­kun­digen Planer und Sach­ver­stän­digen bereits im Orts­termin offen­barte Bild wurde durch die anschlie­ßenden beton­tech­ni­schen Unter­su­chungen bestätigt: Die Qualität des Betons ist so desaströs, dass wir sofort die Sperrung der Balkone zum Schutz der Bewohner und Passanten anordnen mussten. Unter zeit­lichem Hoch­druck arbeitete unser Projekt­leiter gleich­zeitig an den reali­sier­baren Sanie­rungs­va­ri­anten und zeigte dem Auftrag­geber und Bauherrn die wirt­schaft­lichste Lösung auf. Wegen der spezi­ellen Ausgangs­si­tuation empfahlen wir statt einer sehr aufwän­digen konven­tio­nellen Sanierung der Beton­bau­teile den Abbruch der alten Balkone (inkl. neuem Geländer) und Ersatz durch Vorstell­balkone. TIPPs:
  1. Bevor Sie Geld für eine Sanierung in die Hand nehmen, lassen Sie sich von einem unab­hän­gigen Experten beraten.
  2. Bei Maßnahmen an Stahl­be­ton­bau­werken sollte der Experte nach geltendem Baurecht ein Sach­kun­diger Planer für Beton­sa­nie­rungen sein.
  3. Von diesem Experten erhalten Sie fundierte Infor­ma­tionen zum Zustand des Bauwerks, abge­stimmte Planungen zur Sanierung sowie Bauüber­wa­chungs­leis­tungen, damit Ihr Bauvor­haben von Anfang an in die richtige Richtung läuft. Und mit Erfolg abge­schlossen wird!
Fragen Sie mich nach weiteren Infor­ma­tionen.
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30/​03/​2020

Wie laut ist eigentlich eine Beton­sa­nierung?

Wenn Stemm­hammer oder Höchst­druck­was­ser­strahler mit bis zu 2500 bar hohem Wasser­druck im Einsatz sind, fliegen auf der Baustelle wort­wörtlich die „Fetzen“. Geschä­digter bzw. Chlorid belas­teter Beton wird – je nach Belas­tungsgrad – bis in eine Tiefe von 10 cm abge­tragen. „Das wird laut werden“, gab unser Sach­kun­diger Planer und Team­leiter, Jan Dömges, bei der Präsen­tation der möglichen Sanie­rungs­ver­fahren und Vorge­hens­weisen dem Bauherrn zu verstehen. Wie laut genau, zeigte die veran­lasste Schall­messung im Rahmen einer Probe­sa­nierung der Tief­garage eines Kreis­hauses in Hessen auf. Das Ergebnis unter­mauert unsere Empfehlung für das Abtrag­ver­fahren.

Mehrere Mess­sta­tionen geben Aufschluss [caption id=„attachment_883“ align=„alignleft“ width=„300“] Die Terz­schall­pe­gel­messer wurden in Nähe des Arbeits­platzes ausge­richtet. Foto SiB[/caption] Die Schall­messung erfolgte durch Sach­ver­ständige des TÜV Hessen (Tech­nische Über­wa­chung Hessen GmbH) unter Einsatz von mehreren Terz­schall­pe­gel­messern im Innen– bzw. Außen­be­reich. „Die drei Probe­flächen für die Sanierung waren im Vorfeld fest­gelegt. Vor Ort besprachen wir gemeinsam die Reihen­folge und Dauer der jewei­ligen Abtrag­ver­fahren“, so Dömges. „Über Mobilfunk-​​Zuruf verstän­digten wir uns über die Etagen hinweg, wann die Test­phasen von jeweils 1 Minute vorüber bzw. die nächste Probe­flächen baustel­len­mäßig mit entspre­chenden Schutz­maß­nahmen einge­richtet waren.“ Die Schall­druck­pe­gel­messer des TÜV Hessen wurden in den verschie­denen Büro­räumen so aufge­stellt, dass sie den Schall, der durch die Bauteile weiter geleitet wurde, in Arbeits­platznähe messen konnten. Der über­tragene Baulärm diffe­rierte je nach einge­setztem Abtrag­ver­fahren und Entfernung des Büros zur Probe-​​Baustelle. Am lautesten war das Stemm­ver­fahren mit Werten rund um 70 db direkt an der Mess­stelle im Stockwerk darüber. Auch im entfern­testen Büro liegt der Messwert über dem Maxi­malwert für konzen­triertes Arbeiten von 55 db. Sowohl das Punkt­strahl– als auch das Rota­ti­ons­ver­fahren verur­sacht Schallim­mis­sionen, die auf allen Ebenen unterhalb der für diese Baumaß­nahme geltenden Maxi­mal­werte liegen. Im Übrigen: Die Laut­stärke einer normalen Unter­haltung liegt bei einer Entfernung von 2 m bei 60 db. Eine Erhöhung  um 10 db wird als Verdopplung der Laut­stärke wahr­ge­nommen. Das Verfahren der Wahl [caption id=„attachment_908“ align=„alignleft“ width=„300“] 1 (Rota­ti­onsdüse), 2 (Punkt­strahl­ver­fahren), 3 (Stemm­ver­fahren). Die Dauer für jedes Verfahren betrug 1 Minute. Die unter­schied­lichen Abtra­ger­geb­nisse sind deutlich. Foto SiB[/caption] Das in der Vorplanung bereits empfohlene Höchst­druck­was­ser­strahl­ver­fahren erweist sich für diese geplante Sanierung auch nach dieser Messung als das Verfahren der Wahl. „Derzeit bin ich mit dem Bauherrn im Gespräch, um die Bear­bei­tungs­zeiten und die Sanie­rungs­ab­schnitte so fest­zu­legen, dass die Mitar­beiter der Kreis­be­hörde auch bei möglichst geringen Bauge­räu­schen weiter arbeiten können“, so Dömges. Schließlich soll im Stan­desamt des Verwal­tungs­ge­bäudes das gemeinsame JA auch ohne Begleit­ge­räusche von Bauma­schinen hörbar sein. Die Moto­ren­ge­räusche vom Kompressor, der außerhalb der Tief­garage aufge­stellt sein wird, werden durch entspre­chende Schall­schutz­maß­nahmen mini­miert. Auf diese Weise wird auch die Lärm­be­lastung in der Nach­bar­schaft deutlich redu­ziert.       [caption id=„attachment_885“ align=„alignleft“ width=„300“] Die Schall­messung fand auch im Außen­be­reich statt. Foto SiB[/caption]            

Sie inter­es­sieren weitere Details zur Umsetzung der Schall­messung oder zu den Tech­ni­schen Regel­werken? Sprechen Sie mich an.

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