05/​02/​2021

Maroder Zustand unter der Erde: ein Teil der nach­folgend beschrie­benen Tief­garage liegt unter einer viel befah­renen Straße. Oberhalb des zweiten baulich getrennten Abschnitts liegen Geschäfts­räum­lich­keiten. Notun­ter­stüt­zungen sichern bereits die tragende Konstruktion des unter­ir­di­schen Bauwerks. Als Experte für schwierige Ausgangs­si­tua­tionen wurden wir hinzu­ge­zogen. Dem Auftrag­geber liegt jetzt die fundierte Lösung zur Besei­tigung der statisch rele­vanten Schäden vor.

Ins Bauwerk eindrin­gende Feuch­tigkeit, rostende Bewehrung oder abplat­zende Beton­brocken sind ernst zu nehmende Warn­si­gnale. Sie deuten darauf hin, dass im Inneren der Stahl­be­ton­kon­struktion schlei­chend stand­si­cher­heits­ge­fähr­dende Prozesse ablaufen. Oft werden wir hinzu­ge­zogen, weil erste Schön­heits­re­pa­ra­turen nichts brachten, sich bspw. das ins Bauwerk eindrin­gende Wasser neue Wege suchte. Unser TIPP: Lassen Sie erst die Ursachen für die Probleme am Bauwerk klären.

Ursa­chen­for­schung und Ist-​​Zustands-​​Analyse im Rahmen der Bauwerks­dia­gnostik:
Wir machen uns vom Bauwerk IMMER gleich zu Beginn ein umfas­sendes Bild, sehen Baupläne ein und erkennen bereits dadurch kritische Stellen. Das Besondere dieses Beispiels ist die bauliche Trennung der Tief­garage. Der Abdichtung der Bauteilfuge zwischen den Bauwerken kommt eine besondere Bedeutung zu. Doch sie war nicht mehr vorhanden! So konnte unge­hindert Regen­wasser in die Zwischen­räume der nicht abge­dich­teten Außen­wände im Erdreich eindringen. Ebenso das tausalz­be­lastete Spritz­wasser stra­ßen­seitig. Weiterhin wurden in den Winter­mo­naten durch parkende Fahr­zeuge Chloride in die Tief­garage einge­tragen. Ein extrem schä­di­gender Cocktail! Unsere Analysen bestä­tigten das Problem: Hoher Chlo­rideintrag im Bereich der Decken, auf den Boden­flächen sowie an den Stützen. An mehreren Bauteilen wurde bereits Loch­fraß­kor­rosion fest­ge­stellt.

Stütze: zu geringe Beton­de­ckung, korro­dierte Bewehrung, Karbona-​​tisierungsfront liegt hinter der Bewehrung, Chlo­rideintrag.

In der Bauwerks­dia­gnostik setzen wir eine Kombi­nation von elek­tro­ma­gne­ti­schen, elek­tro­che­mi­schen, mecha­ni­schen oder chemi­schen Prüf­ver­fahren ein. Viele dieser Unter­su­chungen erfolgen völlig zerstö­rungsfrei wie beispiels­weise die Messung der Beton­de­ckung oder die Poten­ti­al­feld­messung. Für tiefer­ge­hende Analysen werden Bohr­kerne entnommen und im Labor unter­sucht oder Öffnungs­stellen begut­achtet. Den Umfang der Prüf­ver­fahren legen wir als Sach­kundige Planer fest, ebenso die Bepro­bungs­stellen vor Ort. Die richtige Kombi­nation und die anschlie­ßende Auswertung erfolgen im Einklang mit den aktuell baurechtlich einge­führten Regel­werken.

Im Fall der beschrie­benen 60 Jahre alten Tief­garage kamen weitere Schwach­stellen zu Tage: der Beton, der die tragende Stahl­kon­struktion vor Korrosion schützt, ist von schlechter Qualität. Das bedeutet, dass er herstel­lungs­be­dingt nicht dicht und fest genug ist (Fehlende Beton­druck­fes­tigkeit). Den Beton schä­di­gende Stoffe wie bspw. Kohlen­dioxid (CO2) können leicht eindringen. Die korro­si­ons­schüt­zenden Eigen­schaften des Betons gehen verloren (Karbo­na­ti­sierung wegen Verlust der passi­vie­renden Alka­lität) und der innen liegende Stahl fängt an zu rosten (Korrosion). Es folgen Abspren­gungen der Beton­über­de­ckung, weil sich das Volumen des Stahls vergrößert. Zudem ist an manchen Bauteilen der „Schutz­mantel“ Beton so dünn, dass der korro­dierte Stahl bereits an vielen tragenden Bauteilen mit bloßem Auge sichtbar ist (Beispiel: Gefor­derte Beton­de­ckung an Decke 40 mm, tatsäch­liche Beton­de­ckung < 10 mm).

Die Poten­ti­al­feld­messung zeigt Flächen­be­reiche wahr­schein­licher Beweh­rungs­kor­rosion an. Hier: Parkdeck eines Unter­nehmens

Die Inter­pre­tation der durch­ge­führten Poten­ti­al­feld­messung (siehe Beispielfoto links), die die Flächen­be­reiche wahr­schein­licher Beweh­rungs­kor­rosion aufzeigt, erfolgt unter Abgleich der oben beschrie­benen Analy­se­ver­fahren.

Die Ursachen zu den unter­schied­lichen Baumängeln sind inkl. Foto­do­ku­men­tation und Labor­er­geb­nissen in dem insgesamt 100-​​seitigen Tech­ni­schen Bericht aufge­zeigt. Somit hat der Bauherr fundiert ermit­telte Infor­ma­tionen zum tatsäch­lichen Ist-​​Zustand seines Bauwerks.

Zusätzlich erhält der Bauherr eine grobe Kosten­schätzung für die fach­ge­rechte Sanierung. Sie zeigt auf, welche Maßnahmen nach aktu­ellem Regelwerk erfor­derlich sind, um das Bauwerk wieder nutzbar und dauerhaft fit für die nächsten Jahre zu machen.

Unser TIPP: Nehmen Sie den Sach­kun­digen Planer für Beton­sa­nie­rungen von Anfang an mit ins Boot. Aufgrund seiner Erfahrung und zerti­fi­zierten Expertise lenkt er die Instand­setzung von Anfang in die für den Bauherrn wirt­schaftlich gesehen richtige Richtung.

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