22/​11/​2021

Groß­flä­chige Feuch­tig­keits­spuren und –ränder zeichnen die Decken und Unterzüge in der Tief­garage unterhalb der Wohn– und Geschäfts­räume. Selbst die provi­so­ri­schen Maßnahmen – Dach­rinnen unter den Bauteil­fugen mit Ablauf­rohren entlang von Stützen – konnten den Wasser­ein­tritt und die sich ausbrei­tende Feuch­tigkeit nicht verhindern. Schlimmer noch: das in den Winter­mo­naten mit Tausalzen versetzte und abge­leitete Wasser wirkte am Fuß der Beton­stützen wie eine Salz­dusche. Mit fatalen Folgen für die Stand­si­cherheit.

Teure Ketten­re­ak­tionen

Wasser sucht sich seinen Weg und verteilt sich dort, wo ein leichtes Durch­dringen möglich ist, bspw. durch Risse, Hohl­stellen, Kies­nester oder undichte Fugen. Wasser­aus­tritts­stellen weisen auf einen Baumangel hin, der unter Umständen weiter entfernt verborgen ist. Deswegen ist die Ursa­chen­findung für uns als Sach­kundige Planer elementar wichtig.

Mit Bitumen vergossene Fuge. Der Füll­stoff ist rissig und durch­lässig. Foto SiB

Im Rahmen der Beton­scha­dens­dia­gnose unter­suchten wir in diesem Projekt u.a. den Boden­aufbau der Frei­flächen auf dem Hof oberhalb der Tief­garage. Das Bild zeigt eine Öffnungs­stelle an einer Bauteilfuge. Unter der Asphalt­schicht ist – ohne Abdich­tungslage (!) – sofort der Beton sichtbar. Die Fuge, die in der Funktion als Dehnungsfuge die Beton­bau­teile vor Span­nungen schützen soll, ist seinerzeit beim Bau heiß mit Bitumen vergossen worden.

Die anfangs guten elas­ti­schen Eigen­schaften von Bitumen gehen – wie bei jedem anderen elas­ti­schen Füll­stoff im Laufe der Zeit verloren, deswegen löst sich das Material an den Fugen­flanken oder es entstehen durch die Span­nungen Risse im Fugen­füll­stoff. In Verbindung mit der fehlenden Abdichtung des Bauwerks (die fach­ge­rechte Ausführung nach Tech­ni­schem Regelwerk fordert eine Abdichtung) kann Regen­wasser ohne weiteres in das Bauwerk eindringen und sich weiter ausbreiten.

Flan­ken­abriss und Risse im Fugen­füll­stoff. Grafik SiB
Die provi­so­ri­schen Ablauf­rinnen lösen nicht das eigent­liche Problem. Foto SiB

Die in den Winter­mo­naten für die Verkehrs­si­cherheit gestreuten Tausalze führen zu weiteren tiefer­ge­henden Schä­di­gungen, die die Stand­si­cherheit gefährden. Wie auch in diesem Beispiel. Das an den Stützen abge­leitete Wasser führte zu einer sehr hohen Chlo­rid­be­lastung an den Stützen. Loch­fraß­kor­rosion entsteht.

Unser TIPP:

Vermeiden Sie provi­so­rische Ablauf­rinnen als Dauer­lösung (lesen Sie auch Provi­so­rische Einbauten bei baulichen Mängel – Kosten­risiko oft nicht bekannt!). Entscheiden Sie sich für regel­mäßige Inspek­tions– und Wartungs­un­ter­su­chungen durch einen Sach­kun­digen Planer für Beton­in­stand­set­zungen. Dieser erkennt recht­zeitig bauliche Schwach­stellen (mangel­hafte Fugen und andere Baumängel). Fugen bspw. sind Wartungs­bau­teile. Ihre Lebens­dauer beträgt in Abhän­gigkeit ihrer Funktion und Belastung zumeist nur wenige Jahre. Mit regel­mä­ßigen gezielten Ausbes­se­rungs­ar­beiten erreichen Sie eine längere Lebens­dauer Ihres Bauwerks und verhindern das expo­nen­tielle Anwachsen von Sanie­rungs­kosten.

Sprechen Sie mich an.

 

 

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