30/​03/​2020

Wie laut ist eigentlich eine Beton­sa­nierung?

Wenn Stemm­hammer oder Höchst­druck­was­ser­strahler mit bis zu 2500 bar hohem Wasser­druck im Einsatz sind, fliegen auf der Baustelle wort­wörtlich die „Fetzen“. Geschä­digter bzw. Chlorid belas­teter Beton wird – je nach Belas­tungsgrad – bis in eine Tiefe von 10 cm abge­tragen. „Das wird laut werden“, gab unser Sach­kun­diger Planer und Team­leiter, Jan Dömges, bei der Präsen­tation der möglichen Sanie­rungs­ver­fahren und Vorge­hens­weisen dem Bauherrn zu verstehen. Wie laut genau, zeigte die veran­lasste Schall­messung im Rahmen einer Probe­sa­nierung der Tief­garage eines Kreis­hauses in Hessen auf. Das Ergebnis unter­mauert unsere Empfehlung für das Abtrag­ver­fahren.

Mehrere Mess­sta­tionen geben Aufschluss

Die Terz­schall­pe­gel­messer wurden in Nähe des Arbeits­platzes ausge­richtet. Foto SiB

Die Schall­messung erfolgte durch Sach­ver­ständige des TÜV Hessen (Tech­nische Über­wa­chung Hessen GmbH) unter Einsatz von mehreren Terz­schall­pe­gel­messern im Innen– bzw. Außen­be­reich. „Die drei Probe­flächen für die Sanierung waren im Vorfeld fest­gelegt. Vor Ort besprachen wir gemeinsam die Reihen­folge und Dauer der jewei­ligen Abtrag­ver­fahren“, so Dömges. „Über Mobilfunk-​​Zuruf verstän­digten wir uns über die Etagen hinweg, wann die Test­phasen von jeweils 1 Minute vorüber bzw. die nächste Probe­flächen baustel­len­mäßig mit entspre­chenden Schutz­maß­nahmen einge­richtet waren.“ Die Schall­druck­pe­gel­messer des TÜV Hessen wurden in den verschie­denen Büro­räumen so aufge­stellt, dass sie den Schall, der durch die Bauteile weiter geleitet wurde, in Arbeits­platznähe messen konnten. Der über­tragene Baulärm diffe­rierte je nach einge­setztem Abtrag­ver­fahren und Entfernung des Büros zur Probe-​​Baustelle. Am lautesten war das Stemm­ver­fahren mit Werten rund um 70 db direkt an der Mess­stelle im Stockwerk darüber. Auch im entfern­testen Büro liegt der Messwert über dem Maxi­malwert für konzen­triertes Arbeiten von 55 db. Sowohl das Punkt­strahl– als auch das Rota­ti­ons­ver­fahren verur­sacht Schallim­mis­sionen, die auf allen Ebenen unterhalb der für diese Baumaß­nahme geltenden Maxi­mal­werte liegen. Im Übrigen: Die Laut­stärke einer normalen Unter­haltung liegt bei einer Entfernung von 2 m bei 60 db. Eine Erhöhung  um 10 db wird als Verdopplung der Laut­stärke wahr­ge­nommen.

Das Verfahren der Wahl

1 (Rota­ti­onsdüse), 2 (Punkt­strahl­ver­fahren), 3 (Stemm­ver­fahren). Die Dauer für jedes Verfahren betrug 1 Minute. Die unter­schied­lichen Abtra­ger­geb­nisse sind deutlich. Foto SiB

Das in der Vorplanung bereits empfohlene Höchst­druck­was­ser­strahl­ver­fahren erweist sich für diese geplante Sanierung auch nach dieser Messung als das Verfahren der Wahl. „Derzeit bin ich mit dem Bauherrn im Gespräch, um die Bear­bei­tungs­zeiten und die Sanie­rungs­ab­schnitte so fest­zu­legen, dass die Mitar­beiter der Kreis­be­hörde auch bei möglichst geringen Bauge­räu­schen weiter arbeiten können“, so Dömges. Schließlich soll im Stan­desamt des Verwal­tungs­ge­bäudes das gemeinsame JA auch ohne Begleit­ge­räusche von Bauma­schinen hörbar sein.

Die Moto­ren­ge­räusche vom Kompressor, der außerhalb der Tief­garage aufge­stellt sein wird, werden durch entspre­chende Schall­schutz­maß­nahmen mini­miert. Auf diese Weise wird auch die Lärm­be­lastung in der Nach­bar­schaft deutlich redu­ziert.

 

 

 

Die Schall­messung fand auch im Außen­be­reich statt. Foto SiB

 

 

 

 

 

 

Sie inter­es­sieren weitere Details zur Umsetzung der Schall­messung oder zu den Tech­ni­schen Regel­werken? Sprechen Sie mich an.

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